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Johannes Heil – Per Disciplinum Mea Lux Videbis (Uturn)

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Leider muss ich das Review anteilig revidieren, nachdem uns einige Leser darauf aufmerksam gemacht haben, dass es sich lediglich um ein Re-Release der bereits 1998 auf Uturn erschienenen 2×12″ handelt, die ist mir damals wohl oder übel durch die Lappen gegangen, Asche über mein Haupt … aber nach 15 Jahren werden es viele dennoch als neu empfinden, der Sound spricht dabei natürlich für sich, auch wenn er schon Jahre auf dem Buckel hat, so fällt das kaum auf… persönlich hätte ich mir etwas wirklich Neues gewünscht, aber da ich die Scheibe bisher selbst nicht kannte, komme ich auch damit sehr gut klar und werde meine Sammulung vervollständigen.

Ganz ehrlich, ich habe wirklich lange darauf gewartet und nach der letzten Lifesigns EP war ich noch etwas zurückhaltend, weil hier die Uniqueness noch irgendwie gefehlt hat. Mit “Per Disciplinum Mea Lux Videbis” kann man nun aber sicherlich verlauten, Johannes Heil is back! Gut, im Grunde war er nicht wirklich weg, musikalisch, für meinen Teil allerdings schon. Das neue Release kommt auf Uturn, einigen vielleicht noch als Sublabel von Heiko Laux Kanzleramt bekannt, und der Sound knüpft quasi nathlos daran an, der lateinische Titel spricht dabei schön Bände. “Per Disciplinum Mea Lux Videbis” kommt mit insgesamt 7 Tracks daher und man hört schon in “Part 1” , it’s Heilstyle again. Durchdringend raue Beat-Gerüste ohne jegliche ablenkende Beschönigungen, natürlich akustisch dem Stand der Zeit entsprechend in Symbiose mit alt bewährtem. Man hört einfach wieder wer den Sound kreiert hat, verplant, verspult, fast schon krankhaft psychotisch und doch hypnotisierend ohne Kompromisse. “Part 5” erinnert dabei sogar leicht an den Klassiker “Feiern” , wobei dieser hier ganz ohne Kicks auskommt und daher eher für künstlich erzeugte Breaks im DJ-Set herhalten wird. Meine personlichen Favs hier definitiv Part 1, 2 und 6 , alles durchdringender Loopsound mit subtilen und wirkungsvollen Veränderungen die einen bei geschlossenen Augen auf der Tanzfläche in andere Dimensionen transportieren, ick freu mir und hoffe da kommt noch mehr!

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Kano’s Untergrund: Das Label, nur noch eine Fußnote?

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Immer wieder sehe ich mich auf digitaler Ebene um und habe das Gefühl, entgegen der physischen Medien, dass die Labels mehr und mehr als Fußnote im Geschehen untergehen, in erster Linie was die neuen Streaming-Portale a la Spotify oder Napster anbelangt. Zweifelsohne wird das, zumindest für den Endhörer, das Medium der Zukunft sein, allein schon um seine Lieblingsmusik immer auf dem Smartphone dabei zu haben, ohne im Vorfeld diverse Verkabelungen legen oder Speicherkarten wechseln zu müssen. Die Labels selbst, die einen Titel veröffentlichen, stehen dabei nur noch als Randnotiz neben dem Artwork, ohne jegliche weiterführende Links oder Informationen, es interessiert vermutlich auch keinen was das Label sonst noch so zu bieten hat, oder wird davon ausgegangen das der Hörer damit eh nichts anfangen kann und sowieso nur noch künstlerorientiert agiert.

Nun gut, objektiv betrachtet ist das rein digitale Label-Konzept auch schon wieder obsolet, per Vertrieb-2-go kann im Grunde jeder seinen Sound veröffentlichen, auch wenn man hier noch einen Pseudo-Label-Name angeben muss, obwohl man sich am Ende doch nur selbst released. Ob der Sound gut klingt, oder das Artwork auch optisch ansprechend ist, ist hier erstmal nachrangig, könnte man zumindest denken wenn man sich so manche Sachen anhört bzw. ansieht. Doch genau da setzt doch eigentlich die Label-Arbeit an, zumindest sollte sie das, die Präsentation des Gesamtkunstwerks und als Katalysator für Qualität, oder etwa nicht? Doch wo soll die Motivation her kommen, wie sollen Labels ihre Künstler richtig repräsentieren wenn sich die Labels selbst nicht richtig präsentieren können, was natürlich auf diversen Portalen am effektivsten ist, doch gerade hier wird man mit der Unfähigkeit diverser Shops konfrontiert. Teilweise schaffen es diese nicht einmal den Track- oder Künstlernamen richtig zu übernehmen, einfach einen Titel wegzulassen oder diese in nicht einmal annähernd passende Kategorien zu stecken. Diese Fehler ändern zu lassen ist meist langwierig und nervenaufreibend, bis fast unmöglich. Wo also solle die Motivation noch her kommen? So manche Label-Webseite wurde bereits auf reine Audio-Links zu externen Plattformen reduziert, ohne jegliche weitere Informationen zu den Künstlern oder dem Label selbst, ist das schon die Vorstufe der Resignation? Ist das Label nur noch Mittel zum Zweck weil die direkte Verbindung von Künstler zum Vertrieb oder den Shops noch fehlt, das notwendige Übel quasi um auf Beatport zu kommen und als Geldeintreiber zu fungieren? Im Grunde kann man als Künstler mit gewissen Fähigkeiten und ein wenig Budget von A bis Z auch alles selbst machen, hat man dann nicht den gleichen „Erfolg“?

Ich denke nicht! Ich freu mich daher doch sehr das es viele, gerade neue, Labels gibt die den medialen Widrigkeiten Stand halten und ihren eigenen Kurs mit Konsequenz und Leidenschaft fahren. So sind Labels doch noch immer Plattformen für neue Künstler mit denen sich diese auch identifizieren können und ein gewisses Statement setzen. Die Label-Arbeit ist und bleibt daher wichtig, nicht zu letzt um die Künstler von den Peripherieaufgaben zu entlasten um der Kreativität die notwendigen Freiräume zu schaffen, auch wenn das sichtlich nicht immer von allen Medien gewürdigt wird, da, entgegen den Labels, hier doch Profitgier die treibende Kraft ist. Ich hoffe natürlich, dass sich das in Zukunft wieder zum Besseren wendet, so sollten auch die Hörer die Labels ihrer Lieblingskünstler dem entsprechend supporten!

Natürlich bin ich sehr auf eure persönliche Meinung zu diesem Thema gespannt.

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Ziel100 – Edith EP (Sophisticated Retreats)

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Matthias Gustke aka Ziel100 ist schon seit Anfang an fest in der „Frankfurter Szene“ verankert. Nicht zuletzt durch seine Remixe für u.a. The Horrorist oder Gloria Gaynor, aber auch für seine euphorischen DJ-Sets bekannt, ist Ziel 100 noch immer ein Künstler, dem eigentlich mehr Anerkennung gebührt, als er aktuell erfährt. Das kann sich mit seiner neuen EP „Edith“ nun aber ändern.

Deepe Flächen, die sich mit diversen Tribal-Sounds aufbauen, um einen Tech-House-Track zu schaffen, der sich eben genau durch diese Percussions in einen Sommer-Open-Air-Track verwandelt – das it „Edith“. An sich wirklich ein cooler Sound, wenn auch wenig innovativ. Ist aber auch egal, denn er ist funktionell! Bait & Switch drosseln in ihrem Remix das Tempo auf gerade mal 121 BPM. Statt dem eben noch Peaktime-tauglichen Original haben wir durch den wenig verspielten, aber dennoch groovigen Remix eher einen Opener-Track für die Wir-Feiern-Draußen-Saison vorliegen. Auch Marcel Braun legt in seinem Remix viel Wert auf funktionierende und bereits erprobte Sounds. Dabei entstand die melodischste Form des Originals, die stets tanzbar, aber auch relaxt bleibt. Zu guter Letzt gibt Ziel 100 mit „Edat“ noch einen Bonus-Track dazu, der gut in Westbam’s Spät-90er-Electro-Clash-Sets gepasst hätte. Mal was anderes für die heutige Zeit und definitiv hörenswert.

Neu? Nicht unbedingt. – Aber auf jeden Fall am Puls der Zeit! Gute Sounds, die perfekt arrangiert sind und Spaß machen; das ist Ziel 100’s neue Scheibe!

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Roberto – Contemplation Zone (Affin)

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Affin bewegt sich weiter auf dem neu eingeschlagenen Weg der eher dubbig, düsteren Techno-Klänge, so auch mit dem neuen Release von Roberto. Mit “Judah” stellt dieser auch direkt unter Beweis, dass er weiss wie der Hase läuft und schiebt dabei über trockene Kickdrums sehr perkussiv auf die Tanzfläche, was leicht an reduzierten Detroit-Sound erinnert. “Contemplation Zone” dann ähnlich strukturiert und metallisch klingend, unterlegt mit ein paar feinen Chord-Pads. “Kai Zen Dub” ist hier mein persönlicher Fav, aber gut ich mags auch lieber etwas ruhiger und tiefgängiger vom Sound, sehr schöner, und trotz der wenigen Elemente, fluffig wirkender Sound. “Morning Sun” gibt zum Schluss nochmal Gas und lässt sich auf den massiven Synthies ordentlich nach vorn treiben, gibt es allerdings leider schon zu Hauf, von daher kein Innovations-Preis, aber das Tanzbein zuck allemal.

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Expander & Thinkfreak – The End of the World (Soniculture)

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Grundsätzlich dachte ich das Thema Weltuntergang sei vom Tisch, nicht so für Expaner & Thinkfreak, die es auf ihrem Label Soniculture nochmals aufgreifen. Die Thematik ansich ist bei dem Sound egal, denn der hat es in sich. “Apocalypse” schiebt mit gefilterter Kick düster in die Beine und spult durch den subtil verdrehten Synth auch direkt ins Gehirn, das dürfte daher auf der Tanzfläche allein mit Strobo und Nebel am besten funktionieren. “Eschatology” geht da schon etwas fröhlicher zur Sache, drück aber nicht minder im Gesicht und greift dabei den aktuellen Dub-Tech-Vibe mittels liquider Synth-Chords auf. Zum guten Schluss mach “The World to come” noch einen Abstecher ins Offbeat-Metier, dunkel, bedrohlich und mit passend diabolischer Stimme die nebenbei erzählt was sie so von der Ganzen sache hält. Im Grunde alles nichts Neues, aber definitiv funktional, es darf getanzt werden.

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Deadbeat – Primorida (BLKRTZ)

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Scott Monteith aka Deadbeat schickt “erneut” ein massives Release aus den tiefsten kanadischen Wäldern, sicherlich nicht zwingend sein clubtauglichstes, dafür jedoch mit enormem Tiefgang. Das Mini-Album “Primorida” wurde bereits 2001 auf Intr_version veröffentlich und legte damals quasi den Grundstein für den typischen Deadbeat-Sound. Wenn man sich also in den sechs Tracks mal die wuchtigen Kickdrums wegdenkt, dann würde eine Art außergewöhnliches Ambient-Konzept vor uns stehen. So z.B. in “Jaffa Dub”, der sich bedröhlich den Weg ins Gehirn bahnt und dabei durch leicht kranke, im Raum schwebende Töne eine angenehm düstere Atmosphäre schafft. “Elder Drums” zeigt sich hingegen fast schon lieblich mit leichtem Tribal-Einfluss, der jedoch stetig mit den Drones und diversem Lofi-Geknister zu kämpfen hat. In der Summe eine komplex experimentelle Sammlung an düsteren Ambient und DubTech-Sounds, mit einer kleinen Portion an Tanzbarkeit, als 2×12″ auf jeden Fall ein Sammlerstück.

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Matthias Springer – Body Spam (TicTacToe)

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Matthias Springer tümmelt sich in letzter Zeit auf diversen Labels, das auch immer mit sehr variierendem Sound, obwohl man doch immer einen gewissen Hang zum dubbig deepen erkennen kann. Entgegen sonstiger Releases ist “Body Spam“, gerade auf dem dänischen Label TicTacToe erschienen, cluborientiert und wesentlich tanzbarer, was allein schon die wuchtige Kickdrum aus macht, dazu gibt es ein paar reduzierte Percussions und raue Synth-Stabs,  im Grunde nichts all zu Besonderes, aber durchaus funktional. Wesentlich komplexer wirkt da schon der “Echo Mix” von Labelhead Patrick Bateman, der sich hier fröhlich an jeglichen Arten von Delays und Hall-Effekten zu schaffen macht, trotz der fast 10 Minuten Länge dabei aber keine Langeweile aufkommen lässt. Der eigentlich Main-Track sollte meiner Meinung nach dann schon “Lost Impact” sein, hier ist Herr Springer wohl auch eher in seinem Metier, eine umfassende detroitlastige Pad-Landschaft mit experimentellem Charakter und kräftigen Offbeats laden zum Schweben ein. Ebenfalls macht sein Alter-Ego-Remix eine sehr schöne Figur und repliziert den typisch abstrakten Dimbidub-Stil. In der Summe auf jeden Fall abwechslungreich und definitiv einen Hörer wert.

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Nadja Lind & Paul Loraine – Making a Difference Remixes (Lucidflow)

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Die Kombination von Nadja Lind und Paul Loraine auf dem Berliner Label Lucidflow ist seit Beginn an Garant für feinen dubbigen Techhouse, sowohl chillig wie auch treiben zu gleich. So kommte „Making a Difference“ nun im Remix-Paket und verzückt verspielte Element wie auch Abwechslungsreichtum. Das Original selbst schon bekannt, dürfte die meisten Tanzflächen schon in die Tiefen des Grooves entführt haben, so legt nun auch Altmeister Funk D’Void Hand an und transformiert das Original in seinen typisch sonnigen Techhouse-Sound mit einer ordentlichen Portion funky Chords, perfect as usual. Ebenso drückt Labelchef Helmut Ebritsch dem Original seinen deepen Stempel auf und erschafft eine weit verzweigte flächeige Dublandschaft. Zum guten Schluss folgt der “Silicone Soul Hypnohouse Dub“ der durch seine subtile Monotonie gepaart mit ein paar Vocals, einem fluffig schwebend Bass und brillierenden Pianoklängen eben genau diesen Hypno-Effekt erzeugt. Absolutes Top-Paket.

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Langenberg – The Finisher (Dessous)

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Auch wenn “Sun & Sorrow“ mit einer leicht oldschooligen Note beginnt, so ist wandelt sich der Track doch schon nach wenigen Sekunden in eine sehr chillige Deephouse-Nummer. Einen Dub Mix gibt es auch noch davon, der aber keine all zu großen Unterschiede zum Original aufweist. Der Titeltrack dieser EP ist „The Finisher“, ein leicht melodisch minimalistischer Tech House Track mit langem Aufbau und schnellem Abfall. Bei „Wait State“ stehen die stampfenden Beats im Vordergrund. Doch trotz des treibenden Grundgedankens ist er sehr deep und wird durch die gesprochenen Vocals zu einer Nummer, die man auch mit geschlossenen Augen hören und genießen kann.

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Owen Sands – The Source (Ill Bomb Records)

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Es drückt im Gesicht und das nicht zu wenig, Owen Sands geht mit The Source den leicht synthetisch warmen Weg des Techno, wozu der volumige Subbass natürlich den Grundstein legt. Treibend vorwärts, mit einigen Up & Down Sythies und reduzierten Percussions, nichts besonders Neues, aber durchaus nützlich. Billy Johnston & Gennaro Mastrantonio sind etwas dunkler und durch diverse Filter auch irgendwie trockener unterwegs, dazu eine leicht verspulte Bassline und ein paar industrielle Töne die leicht krankhaft wirken, gefällt! Der Justin Kase Remix wirkt dann schon wieder etwas klarer und driftet fast schon in fröhlich groovenden Techhouse ab. „Tunneler“ erinnert mich dann so an den typischen Synth-Techno Anfang 2000, immer schön das Release hoch und wieder runter, haben schon zu viele Leute viel besser gemacht, sorry. Justin Schumacher bekommt die Kurve in seinem Remix dann noch und baut nen schön verschuffelten Technotrack mit interessanten FX-Spielereien und einer ordentlichen Portion Fallback-Groove nach dem Break.

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Johannes Teichmann – Your Fight (AcidTube Records)

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Johannes Teichmann ist ein ruhiger und aufgeschlossener DJ und Produzent, der zwar schon seit den 90er Jahren aktiv ist, aber dennoch gern geheimnisvoll bleibt und nicht allzu viel von sich selbst Preis gibt. Was aber fest steht, ist der Fakt, dass seine Musik weniger ruhig ist – Acid-Techno at its best! Schon vor 20 Jahren zog er im DJ-Team Krüger & Teichmann durch Deutschlands Clubs und begeisterte (vor allem im Osten des Landes) die Massen zu zirpenden 303-Sounds und harten Beats. Nun folgt das neue Album „Your Fight“ auf AcidTube Records.

Nach einem sphärischen Intro folgt gleich die erste Techno-Bombe „Closed Eye Dancer“, welche sich an alle Tänzer richtet, die bei geschlossenen Augen alles um sich herum vergessen. Mit „Selfcontroled Energy“ folgt ein weiteres kompromissloses Stück Techno, das vor allem durch seine schroffen Beats und diverse Hihat-Gewitter erstrahlt. Langsam aufbauend und sich zu einem Industrial-Track entwickelnd, so ist „Can’t Stop My Dissolution“ wohl einer der experimentierfreudigsten Tracks des Albums. Während „No Statement“ einen Spagat zwischen modernem Techno, 90s-Wonky-Style und Computerspiel-Musik wagt, tritt Johannes Teichmann bei „Nervous Symmetry“ das Gaspedal noch mal richtig durch und haut eine weitere Bombe raus, die zeigt, wie viel Energie man aus kleinen Maschinen doch so rausholen kann. Acid pur gibt es auch bei „Smileys Flying Round My Head“ – dieser Track ist quasi Johannes’ persönliche Hommage an seinen favorisierten Musikstil. Downgepitchten Hardcore mit jeder Menge FX- und Noise-Sounds ballern dem Hörer bei „Fog“ um die Ohren, während mit „Acid Attack“ noch eine Zusammenfassung des gesamten Albums geliefert wird – hart, schnell, schrill und experimentell.

Mit „Your Fight“ wird also deutlich, dass Johannes Teichmann ein sehr facettenreicher Mensch ist, der diese Eigenschaft auch auf seine Musik überträgt. Beeinflusst von Band- und Film-Musik ist sein neues Album mal laut und hart und immer düster, geheimnisvoll und experimentell. Ein Werk, welches aber auch seine persönliche Interpretation von musikalischem Expressionismus deutlich macht.

VERÖFFENTLICHUNG: 18. April 2013

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Drauf & Dran – Colors (Style Rockets)

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Drauf & Dran veröffentlicht mit „Colors“” sein erstes Album. Dieses wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt wie ein reines Konzept-Album, zeigt beim Durchhören aber dennoch einen roten Faden. Es ist ein Tech-House-Album, das sich speziell durch melodische und basslastige Sequenzen auszeichnet. Alle Tracks weißen aber auch einen Hang zu anderen Musikgenres auf. Der Track „Guitarman“ z.B. beginnt als deepe Electronica-Nummer, die sich aber schnell zu einem pulsierenden Tech-House-Track entwickelt. Durch ein seichtes Gitarrensample kommen so auch Freunde akustischer Musik auf ihre Kosten. Ähnlich schwungvoll ist auch der Track „Serve The Last Swing“. Dieser ist Drauf & Dran’s ganz persönliche Hommage an die großen Swing-Musiker und deren Werke der 20er und 30er Jahre. Dass der international erfolgreiche DJ und Produzent gern mit anderen Musikrichtungen wie Jazz und Soul spielt, zeigt sich nicht nur an seinen früheren HipHop-Exkursen, sondern auch im Track „Gospeltrain“. In beiden Fällen könnte man annehmen, dass Drauf & Dran hier auf den Zug á la Aka Aka oder Klangkarussell aufspringt, aber das ist gar nicht der Fall, denn die Sounds des Albums klingen frischer und wesentlich kreativer mit einer ganz individuellen Note.

Die zweite Hälfte des Albums startet mit dem druckvollem und dennoch melodiösen „Testosteron“, welches auf über 7 Minuten Techno und Tech-House gekonnt verschmelzen lässt. Bei „I Love Beer“ holte sich Drauf & Dran Mr. Shami ins Studio, der ein paar interessante Reggae-beeinflusste Vocals beisteuerte. Dabei hatten die Jungs im Studio sicher viel Spaß und da ist bestimmt auch die ein oder andere Flasche des Gebräus geöffnet worden. Mit dem Track „Wonderful“ kommt eine weitere Kollaboration daher – diesmal mit Umami, die dem melodösen Tech-House-Track ihre ganz eigene und unverkennbare Note aufdrückten, ohne dabei Drauf & Dran’s Style zu beschränken. Zum großen Finale verabschiedet sich der Berliner mit einem Ritt der Sonne entgegen und liefert passend dazu den Track „Spaghettiwestern“, der noch einmal tief in die Trick-Kiste greift und ein paar sehr witzige Western-Samples für den Abschluss von „Colors“ verwendet.

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Function – Incubation (Ostgut Ton)

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Der New Yorker David Sumner aka Function, nicht zu letzt bekannt durch Sandwell District, bringt sein Solo-Debut-Album auf Ostgut Ton, und allein die Kombination lässt schon viel erwarten. Insgesamt 9 Tracks führen durch das Album, welches einer Reise durch elektronische Gefilde gleicht und sich nur schwer einem bestimmten Stil zuordnen lässt, was natürlich am Ende immer für die Vielfältigkeit eines Künstlers steht. So startet das Album erst einmal mit einer ausgedehnten Listening-Landschaft, die melodische Parts mit Ambient mischt, bevor es in „Against the Wall“ dann doch direkt auf die Tanzfläche geht, ausgereifter BigRoom-Sound mit viel Hall und Acid. „Counterpoint“ trifft es dann auch irgendwie, denn hier geht es schon fast psychedlisch zu, wobei gerade die hohen Töne vielleicht einen Tick zu grell geraten sind, analog dazu bewegt sich auch „Inter“. Die restlichen Tracks wie z.B. „Incubation“ selbst oder „Voiceprint“ orientieren sich dann wieder eher am Dancefloor und kombinieren eine düstere Grundstimmung und hypnotische Monotonie mit diversen, verspielten und ausgiebig modellierten Soundeffekten. In der Summer sehr schönes, von verspielt bis treibend reichendes Album, das für jede Lebenssituation den passenden Track anbei hat.

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Go Hiyama – Discreet Marble EP (Warm Up Recordings)

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Go Hiyama, Go… mehr muss man eigentlich nicht sagen, denn das Ziel ist bekannt, die Tanzfläche zum kochen zu bringen. Abstrakt treibend industrieller Techno-Sound mit leicht psychotischen Tendenzen durchzieht das gesamte Release, wobei „Dull Acuity“ selbst hier sicherlich direkt für die Peaktime gegossen wurde. „Common Blank“ geht es da schon wesentlich ruhiger und reduzierter an, dürfte dennoch aber wohl einige Leute zur richtigen Zeit um den Verstand bringen. Oscar Mulero baut dafür das Original sogar in 2 Remixen noch zu absoluten Fegefeuern um, es kracht gewaltig, dunkel, düster und kompromisslos. „First Refusal“ macht den Abschluss und entpuppt sich nach anfänglich fast chillig diabolischen Sounds zur kleinen Geheimwaffe dieser EP.

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Patrick Bateman – OXO (Affin)

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Es ist doch eher selten, dass TicTacToe Labelhead Patrick Bateman auf einem anderen Label als seinem Eigenem veröffentlich, die Ausnahme macht er diesmal für Affin, und hier lohnt es sich definitiv reinzuhören. Basierend auf einem Sample-Paket von Mattias Fridell begibt sich Patrick mit drei Tracks in verauscht, deepe Technogefilde mit einer ordentlichen Portion Dub und Filterspielereien die ausgiebiges Tanzpotential liefern. Sehr interessant hierbei finde ich „Oxo2“ der in reduzierten Dub-Techno mündet und eine komplexe Soundlandschaft aufbaut die mit diversen Shuffle-Effekten durchzogen ist. Im Woo York Remix wird es dann noch einen Tick straighter mit leichten Detroit-Touch und monotonem Hypno-Charme. Erstklassiges Dub-Tech Release, bei dem gerade Liebhaber ihre Freude haben werden.

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Propellerheads kündigen REASON 7 an!

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Für alle Reason-Fans geht es bald in die notwendige nächste Runde, mit der 7. Auflage das All-in-One Sequenzers gibt es eine Unmenge an interessanten Neuerungen für die intuitive Musikproduktion, aber lasst das Video für sich sprechen. Die Veröffentlichung soll voraussichtlich im 2. Quartal 2013 erfolgen, für einen Preis von 405 € , ein Upgrade von den Vorgängerversionen liegt bei 129 €.

Quellen:
Propellerheads // http://www.propellerheads.se/
Mixingroom.de // http://mixingroom.de/propellerhead-kundigt-mit-einem-video-reason-7-an/

 

Notfromearth – The First Contact (Prologue)

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Mit der neuen Notfromearth geht es auf Prologue diesmal sehr cineastisch und experimental zur Sache, und genau dafür steht das Project als solches auch. “The Shift Experience” startet dahin gehend auch direkt mit einer düsteren und weit verzweigten Soundlandschaft, die man wohl problemlos in diveresen Endzeitfilmen verbauen könnte. Ähnlich geartet dann “The Fall on Earth” , wie auch “The First Contact” selbst, wobei dieser dann fast schon lieblich wirkt und perfekt zum Abspann passen würde. Das war im Grunde der Teil für die Open-Minded-People, aber auch der eher typische Prologue Sound kommt nicht zu kurz, im Besonderen “The Human Core” treibt hier schön dunkel über die Tanzfläche und versprüht einen leicht psychotischen Charme. In der Summe sicher kein Über-Release und für den ein oder anderen gewöhnungsbedürftig, dafür definitiv mal etwas anderes im ach so tristen Einheistbrei.

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M. Weber – Belsebub (Bigger Deer)

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Ja die Briten fischen wieder in deutschen Gewässern, was ja im Dub-Techno-Bereich durchaus Sinn macht, und hier wurde der Freiburger Newcomer Manu M. Weber an Land gezogen, es hat sich definitiv gelohnt. Es gibt insgesamt 3 Tracks feinsten State of the Art Technos auf die Ohren, natürlich wie angekündigt mit einer ordentlichen Portion knackiger Dub-Chords im LoFi-Stil, so wie es sich gehört. Genau das richtige Material für düstere Morgenstunden im Club, einzig das Vocal in „Belsebub“ ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber dafür werden ja noch die beiden Remixe gereicht, die glücklicher Wiese gänzlich darauf verzichten, stilistisch aber vollkommen ins Programm passen. In der Summe sehr solides und aussagekräftiges Release an dem man nur schwer vorbei kommt wenn man sich in den dunklen Ecken des Dub-Technos wohl fühlt, von daher sicherlich ein neuer Künstler den es zu beobachten lohnt.

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Proxy – Music from the Eastblock Jungles (Turbo)

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Proxy ist einer der umtriebigsten Künstler aus Russland, der den Rave-Spirit mehr in sich trägt, als so manche Generation vor Ihm. Die Inspiration, die er durch The Prodigy erfuhr, ist eindeutig hörbar, so z.B. in „Raja Ganja“ oder „Raw“. Breakbeats gibt es in „Junk“ noch und nöcher, während sich „Audio 15“ im Acid verliert. Aber auch ruhiger kann er. Dies beweist er z.B. im Ambient-Werk „Nonamed“ oder im Track „9000“, der an starke Hip Hop Headbanger erinnert. „Music From The Eastblock Jungles“ umfasst insgesamt 20 Tracks, die sich quer durch alle musikalischen Strömungen schlagen. Weil das zu viel auf einmal ist, wurde Part I bereits Ende 2012 released und Part II ist vor kurzem erschienen.

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Nicole Moudaber – Roar EP (Intec)

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Nicht ohne Grund war Nicole Moudaber schon so oft bei Carl Cox’ Nacht im Space auf Ibiza zu Gast. Die Queen of Techno beweist auch mit der Roar EP, dass sie Drive, Flow und Groove in nur einen Track bündeln kann eine perkussiv groovige Techno-Platte produzieren kann. So ist „Brooklyn Hangover“ eine wahre Techno-Bombe gespickt mit netten Synths, hetzenden Hihats und jeder Menge Energie. Der Titeltrack „Roar“ ist mit über 10 Minuten und epischen Breaks Techno der ganz feinen Sorte. Mal zischt es hier und mal knarzt es dort – unterlegt durch schwere Beats, die keine Atempause zulassen. Grandios!

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FEATURED TECHNO

Nicole Moudaber - Believe (Album Release - Drumcode)

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FEATURED DUBTECH

DML - Munique 2 (Broque)

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ARTIST INTERVIEW

Lars Leonhard - Seasons (Album - Interview - BineMusic)

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RANDOM FEATURE

Sterac aka Steve Rachmad - Secret Life of Machines (100% Pure)

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