Posts Tagged ‘ deephouse

Emiliano Martini – Timeless Delusion (Proper Slap Limited)

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So wirklich genau kann man den Sound der neuen Veröffentlichung von Emiliano Martini nicht einordnen, aber genau das macht es doch irgendwie besonders. “Timeless Delusion” kommt auf dem eigenen Label Proper Slap heraus und mischt gediegene Jack-House-Elemente mit klassischen Techno-Sounds und diversen kleinen Acid-Einlagen. “Gentle Lady” nährt sich von einer ähnlichen Symbiose, wirkt dabei jedoch noch einen kleinen Tick ruhiger, trotzdem aber dezent treibend und verspielt, nur die Vocals muss man halt mögen. Mein persönlicher Fav auf der EP ist definitiv “Whimsical Garden“, zeitlos epische Padlandschaften, reduzierte Basslinien und gediegene Percussions laden zum Träumen und Schweben ein, absolutes Must Have für jede chillige Afterhour!

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Mod.Civil – Opto Watts EP (Ornaments)

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Ornaments bringt das nächste Release in gewohnt farbiger Vinyl-Sammel-Edition diesmal mit Mod.Civil der insgesamt vier tief trocken und verspielte Tracks abliefert. “Opto Watts” wirkt dabei schön funky und rollend, versprüht eine gewisse Leichtigkeit im Sound, aber auch eine kleine Hand voll verquerten Klängen. “Loop” macht seinem Namen ganze Ehre, grooved und shuffelt sich gediegen über die Tanzfläche, ein Track den man tatsächlich problemlos über Stunden hören könnte, ohne genervt zu sein. Ein Synth der etwas gewöhnugsbedürftig ist, kombiniert mit den klassischen 808-Elementen erwartet einen in der “808 Session Part 1“, zusammen mit der bauchigen Bassline auf jeden Fall sehr interessant. “Sunbeam” zum guten Schluss dann wieder sehr verspielt mit einer Fülle an Raum, Klang und sonnigem Gemüt, die leicht an eine Mischung aus chinesischer Folklore und 8-Bit Super Mario Sound erinnert, damit ist der Wiedererkennungswert auf jeden Fall gesichert.

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Frank Hellmond – Five Days (Diametral)

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Diametral startet im neuen Jahr mit feinstem Deephouse. Frank Hellmond bringt mit “Five Days” einen fluffig weichen Groove an, der zum gepflegten Hüftschwung einlädt. Das Ganze kommt direkt in zwei Teilen, wobei der Erste eher perkussiv und verspielt anmutet, der Zweite dann eher gediegen und dezent zum träumerischen Verweilen einlädt. Die Remixe kommen von Helly Larson, der leicht treibend und minimalistisch zur Tat schreitet, während der Baumfreund Remix einen Abstecher ins Dubtechno-Genre macht und feine Ambientlandschaften aufweist. Sehr gelungenes Gesamtpaket.

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Wankelmut – Wood & Wine (GetPhysical)

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Get Physical steht für innovativen elektronischen Sound von Beginn an, was man auf dem aktuellen Release allerdings doch irgendwie vermisst. Die neuste Veröffentlichung kommt vom, nicht gerade unbekannten, Wankelmut der mit seiner „Wood & Wine“ EP ein eher durchschnittliches Release abliefert, welches sich irgendwie leicht nach Fertigbauweise anhört. Im Besonderen „Rascal“ trägt mit seiner nahezu nervigen Melo zu einer fragwürdigen Funktionalität bei. Im Grunde kann man nur auf die Remixe setzen, die zum Einen von Ian Pooley stammen, der einen ordentlichen Techhousegroover abliefert, und zum Anderen von Fabio Gianelli der eine schöne verspielte Deephouse-Nummer mit fluffigem Aufbau bietet, definitiv das Highlight der EP. In der Summe hätte man tatsächlich mehr erwarten können, aber die Plays und Likes zeigen einmal mehr, dass man heute wohl einfach nicht mehr benötigt ;)

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Graynoise – Io (Deeptakt)

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Deeptakt legt in nun schon kurzer Zeit das bereits vierte Release nach, diesmal mit Graynoise aus Ungarn, der mit „Io“ weitflächig durch die Gegend schwebt und eine etwas unaufregende, aber dennoch stilvolle Dubtechno-Atmosphäre schafft. Labelhead Narcotic 303 geht in seinem Remix dann noch einen Tick mehr in die Ambient-Richtung und wirkt mittels breiter Palette an Effekthascherei wesentlich komplexer und verspielter, mein persönlicher Fav auf der EP. Das zweite Original „Oxymoron“ bedient sich eines dezenten Housegrooves und vermittelt wesentlich mehr Abwechslungsreichtum zwischen den diversen Dubchords, sehr elegante Nummer die jede Afterhour bereichern wird.

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Kano’s Untergrund: Promotion oder der letzte Nagel zum Sarg!

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Irgendwie befällt mich der Zwang meine geistigen Ausdünstungen für dieses Jahr noch einmal mit Stil und Form in Worte zu fassen, zumal es langsam nicht mehr feierlich ist wie die Künstler (aka DJs und Producer) sich immer häufiger gegenseitig behandeln, gerade was den Promo-Bereich anbelangt.

Zur Information: Unter “Promo(tion)”  versteht man den Vorgang bei dem man für mehr oder weniger viel Geld jemand anderen beauftragt Werbung für die eigene Musik zu machen, in der Hoffnung das, für genau diese Werbung ausgegebene Geld, mittels dadurch generierter Mehrverkäufe  wieder reinzuholen. Man bezahlt quasi Geld für die Verteilung der eigenen Musik an andere, mehr oder minder, bekannte Persönlichkeiten, die dann die Musik für eine Gegenleistung in Wort und Schrift (Feedback) kostenlos herunterladen und Nutzen können. Grundsätzlich ein interessantes Konzept, ich bezahle meinen Nachbarn auch jeden Tag, damit er mit meinem Fahrrad auf Arbeit fährt.

Sicherlich ein Thema über das sich nun schon fast jeder ausgekotzt hat und da will ich mich auch gerne einreihen, und wenn ich schon zusehen muss wie kleine, idealistisch geprägte und passionierte Labels von diversen Promo-Anbietern förmlich illusioniert ausgenommen werden, im Glauben man könne die Verkaufszahlen signifikant erhöhen, dann wird mir tatsächlich schlecht, dann muss es einfach raus. Sicherlich gab es Zeiten in denen der Promokram funktioniert hat, dürften dann wohl die Vinyl-Only-Zeiten gewesen sein, denn am Anfang des Erfolgs steht solide Werbung, oder so ähnlich, hab ich mal irgendwo gelesen. Aber die Wurzel allen Übels ist doch der Umgang mit dem Promomaterial selbst auf der Empfängerseite. Natürlich wissen wir alle dass die DJs, gerade mit steigendem Bekanntheitsgrad von digitalen Promos förmlich überflutet werden, sich sogar eigene Lakaien anwerben um dieser Flut notdürftig Einhalt zu gebieten. Auch das Schindluder mit diversen, geheimen eMail-Listen bekannter DJs ist mir durchaus bekannt, doch rechtfertigt das diese ganze „THX, Downloading“-Lethargie? Das die Feedbacks auf versendete Promos mehr oder minder nur noch das eigene Ego streicheln ist sicherlich ein offenes Geheimnis, aber dann darf es doch wohl auch ein wenig mehr sein. Die Jenigen die am lautesten „respektiert die Künstler“ schreien, sind genau die, die es nicht einmal schaffen mehr als ein kleines „THX“ für den kostenlosen Download aus den Fingerkuppen zu pressen. Ist das nicht eigentlich der Deal?

 > Lade meinen Track kostenlos herunter wenn er dir gefällt, dafür sagst du mir kurz was du davon hältst! <

Ist es nicht fast schon ungerechtfertigte Bereicherung dieses stillschweigende Abkommen zu unterwandern, und so kostenlos an neue Tracks zu kommen, die man sonst teuer hätte auf diversen Portalen kaufen müssen. Ich denke mal ein Mr. Richie “Rich” Hawtin spielt aus dieser Sicht seine Sets grundsätzlich ziemlich kostengünstig, obwohl er sicherlich genug Flüssiges hat um sich täglich gigabyteweise Tracks zu kaufen. Aber hier steht es natürlich im Verhältnis, wenn er einen Track dann zumindest mal medienwirksam in einem seiner Sets verbaut und die essentielle, teilweise wochenlange, künstlerische Arbeit ungefragt mit seinen Sample.- und Effekteskapaden durch den Wolf dreht, drauf geschissen! Da ist einem doch ein konstruktives Feedback, das teilweise fast schon Reviewcharakter hat, von DJ Noname wesentlich lieber, zumindest hat dieser sich, wenn auch nur rudimentär, mit dem Sound auseinander gesetzt. Doch selbst DJ NoName beschränkt sich mittlerweile auf “Downloaded for DJ NoName”.

Wobei wir direkt beim inhaltlichen Teil des Feedbacks wären. Warum immer nur dieses primitive Tunnel-Denken – kann ich spielen, kann ich nicht spielen – und sich dann aber absolut open-minded auf Facebook oder sonstigen asozialen Plattformen auslassen. Haben die Leute sonst keine Meinung oder ist es zu schwer sich selbst eine zu bilden; sogar das adaptieren einer anderen Meinung wäre da fast schon verzeihlich. Sicherlich ist Chillout schlechter Hardstyle und auch Beethovens Fünfte kann man schwer im Club spielen, trotzdem kann man doch eine Meinung dazu haben! Erfordert nicht genau das einen gewissen Anstand und Respekt gegenüber den Künstlern und folglich gegenüber euch selbst? Die Leute sitzen tage,- ja wochenlang an einem Track und dafür sollte man schon ein paar mehr Tasten auf der Tastatur drücken können. Man bekommt mehr und besseres Feedback wenn man einen Titel direkt zum kostenlosen Download auf Soundcloud anbietet. Ein Hoch auf unsere tolle Szene!

… und btw – Zitat: “Hört auf mit euren scheiß Handys zu filmen und TANZT!

In diesem Sinne, Guten Rutsch, egal wohin!

Dave Marian – Similar Ways (DimbiDeep Music)

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DimbiDeep Music mausert sich Release für Release sicherlich zu einer der wohl interessantesten Adressen für Dubtechno. Die neue Veröffentlichung kommt von Dave Marian, der mit “Similar Ways” den passend warmen Sound für die kalte Winterzeit liefert. Mit enormer tiefe greifen hier die weiten Flächen um sich, garniert mit ordentlich Delay und Hall. “Last Change” wirkt da schon einen kleinen Tick dynamischer und unruhiger, lässt aber trotzdem genug Raum für ein entspanntes Hörerlebnis. An der Remix-Front befindet sich diesmal Rinno, der mit Dave zusammen das Label Quorum betreibt (sollte man sich definitiv auch mal anhören) und eine schön verspielte Nummer abliefert; und Matthias Springer der im gewohnt reduzierten Dimbidub-Stil auffährt. Prädikat: sollte man haben.

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Stefan Tretau – Come on Over (ST Records)

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Mit der dritten Veröffentlichung auf ST_Records festigt Stefan Tretau die Reaktivierung seines Labels. „Come on Over“ heißt der neueste Fünf-Tracker und kommt mit melodischem Deep-House um die Tech-House-Ecke. Von der ersten Minute verbreitet Come on Over eine erwartende Grundhaltung, eine unverbindliche Vorfreude auf etwas Kommendes. Trotz deeper Chords nimmt der Track mithilfe leichter Pianosounds und einer kleinen Melodie eine fröhliche Gestalt an, der man sich kaum entziehen kann. Come on Over im Miles Deluxe Remix geht noch ein Schritt weiter als das Original und untermauert die Spannung mit einem fordernden Groove. Miles verbindet tiefe Chords mit einem hüpfenden Pendant, nur um die Spannung im letzten Drittel durch eine stimmungsgetriebene Überraschung zu lösen. Through Changes weiß mit mit der Einfachheit eines treibenden Grooves zu überzeugen und bleibt bis zum Ende im Retro-Look. Eine effektvolle Rim im ersten Teil und deepe Synthsounds im zweiten Teil lassen diese Stück zu einem echten Läufer werden. Nahezu losgelöst und mit rollender Bassline festigt Choose to See das fröhliche Gewand der EP. Ein in Delay getauchter Vocal, wie Regentropfen fallende Stabstil-Percussion und eine eingehende Melodie lassen dieses Stück äußerst angenehm im Ohr liegen. Inside of an Atom erkundet die Ausläufer von Dubtechno und Chillout. Einfache Chords, weite Gitarren Licks und sich bewegende Percussions machen den wohligen und poetischen Charakter des Stücks aus. Möglicherweise lassen die fröhlichen Melodien so manchen Hörer einige Millionen Kilometer weit entfernt zurück.

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Aksutique – Ignition Red Planet (Complex Textures)

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Complex Textures” ist ein neues kleines Label, das sich auf die Veröffentlichungen von Compilations in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Vertrieb DigDis spezialisiert hat. Wie der Name schon vermuten lässt wird hier auf das gesamte Spektrum der elektronischen Musik zurückgegriffen, von Techno und Industrial, über Deep und Dubhouse bis zum Downtempo, Ambient und diversen anderen abstrakten Speilereien. Die einzelnen Genre, sofern man das überhaupt noch kann, werden immer einer spezifischen Compilationen-Serie zugeordnet. Den Start macht “Ignition Red Planet” mit spacigen Downtempo und Loungeklängen zwischen Acid und Space Night, zusammengestellt vom Münchner “Aksutique” , der auch den passenden Mix dazu beisteuert. Den Mix gibt es exklusiv auf Play.FM zum onDemand-Hören, und im Package mit deinen einzelnen Tracks auf Beatport auch käuflich zu erwerben. Schauen wir mal was da noch so kommt.

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TRACKLIST:
WelcomeOriginal Mix
Damir Ludvig

SpacebyteOriginal Mix
Flashbeat Project

UniverseOriginal Mix
Klartraum

Lost in SoundOriginal Mix
Spinne

HopeOptimal Remix
Deep Shepherd, Emze Hack

A New Home, Another PlanetOriginal Mix
Miro Pajic

TauchfahrtOriginal Mix
Matthias Springer

Waking AloneOriginal Mix
Volunteer

HaltOriginal Mix
Moonwalker

AcidizedOriginal Mix
Tim Engelhardt

Word of the LordRemastered 2K9 Version
Michael Burkat

MireOriginal Mix
VidasM

Some MilesOriginal Mix
Audiokonstrukte

Voice StudiesOriginal Mix
Estroe

Welcome to the BlackoutAcappella
Paris The Black FU, Sierra Sam

youAND:THEMACHINES – Behind (Album Release)

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youAND von youAND:Me wandelt auf Solopfaden, dahinter steckt der Berliner DJ und Produzent Martin Müller, im Grunde ein Urgestein auf dem Label “Ornaments” , welches ja bekanntlich für qualitativ hochwertig elektronischen Sound steht. Sein Soloalbum-Debüt “Behind” unter dem Alias youAND:THEMACHINES darf man im Grunde auch als Gesamtkunstwerk betrachten, da hier natürlich neben dem hohen akustischen Anspruch auch sehr viel Wert auf die Präsentation gelegt wurde, im Grunde also jetzt schon ein Sammlerstück. Der Sound selbst steht in erster Linie natürlich unter den eher deepen House-Einflüssen in Kooperation mit u.a. Robert Owens, Brothers Vibe oder Bajka die für verschiedene Titel ihre eindringlichen Stimmen beigetragen haben. Die Künstler haben zudem die einzelnen Cover der limitierten 3×12 Auflage selbst bemalt, was natürlich die unumgängliche Einmaligkeit der Veröffentlichung unterstreicht.

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Los geht es erstmal mit einen ambitionierten und kurzen Intro bevor der erste Kick in “Perception” einsetzt und genau aufzeigt wo es hingehen soll. Unter der Prämisse alle Sounds analog selbst zu generieren, auf Sampling zu verzichten und höchstens ein paar Fieldrecordings einzubeziehen, bauen sich enorm tiefe und nahezu epische Soundlandschaften auf, die mit diversen klassischen Elementen wie Piano oder Geige garniert werden. Die Grundtanzbarkeit bleibt das ganze Album hindurch bestehen, wobei der Sound natürlich für ausgedehnte Afterhour-Sessions mehr als nur geeignet ist. Zwischendurch gibt es auch immer wieder kleine Abstecher ins Downtempo und Ambient, wie in “Sansula” oder “Desire” die den Abwechslungsreichtum des Album bestätigen und somit ein umfassendes Hörerlebnis generieren. Meine persönlichen Favs hier sind definitiv “Domain Specific” mit hypnotischen Acid-Anleihen und “Diamond” mit ausgeprägtem Detroit-Charakter. In der Summe für alle Ornaments-Fetischisten ein absolutes Muss und für alle Liebhaber gediegener elektronischer Tanzmusik eigentlich auch!

Yoshihiro Arikawa – 6ft under the Pole (Swap)

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Yoshihiro’s “6th Feet under the Pole” überzeugt vom ersten Ton, wenn man spacige Soundlandschaften mag, ich für meinen Teil tue das. Nicht wirklich straight, sondern im Ambient-Bereich anzusiedeln, fliegen einem hier die verhallenden Töne und Echos nur so um die Ohren und bilden eine ausgedehnt komplexe Soundlandschaft. Seph indes transportiert das Original diesmal, fast schon ungewohnt, in eine Art Future-Electro-Umgebung, lohnt sich definitiv um in dubbigen House-Sets mal etwas Abwechslung zu generieren. Nomenklatur liefert dann den passenden Dancefloor-Schieber, düster druckvoll bewegen sich Kick und Bassline auf Hörer zu und zeugen durch die knarzenden Sounds von diabolischer Aggression.

Zecapx ist da schon minimalistischer unterwegs, aber doch auch irgendwie düster und geheimnisvoll. Zum Schluss machen Redj & Ghini-B noch einen Ausflug in reduzierte Gefilde mit Hang zur Ästhetik, genau das richtige für 6 Uhr Morgens. Sehr feines und abwechslungsreiches Release.

Stefan Tretau – High Ways (ST Records)

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Nach der ersten Vinyl Veröffentlichung “Whatever Happened” im Jahr 2010 und einer langen Pause reaktiviert Stefan Tretau nun sein Label ST_Records. “High Ways” heisst die neue MP3 Veröffentlichung und kann ohne Zweifel im Ordner “Deep House” abgelegt werden: Wie eine einsame Autobahnfahrt entfaltet High Ways seine hypnotische Wirkung. Schnell kommt man in Versuchung den treibenden Beat mit den vorbeiziehenden Fahrbahnmarkierungen in Takt bringen zu wollen. Eine liebliche Melodie und effektierte Klänge im ersten Teil und scheinbar schwebende Synthsounds im zweiten Teil ziehen vorbei wie Landmarken am Straßenrand. Ein unverkennbar melancholischer Track, der aber durchaus zur Bewegung animiert. Daniel Doppler hat für seinen High Ways Remix den Sportwagen gewählt. Unaufhaltsam dreht der kräftige Beatmotor seinem Ziel entgegen. Dabei setzt er die Sounds des Originals dezent, aber dennoch wiedererkennbar ein. Beim Break hat man das Gefühl nach einer Kurve plötzlich langsam in den Sonnenaufgang zu fahren. Nur um kurz danach wieder kräftig aufs Gas zu treten. Der sportlichste Track der EP.

The Best is yet to Come, so lautete das Versprechen. Der Track scheint den Titel durch seinen verspielten Housecharakter und dem untergründigen Funk selbst in Frage stellen zu wollen. Chord Sounds mischen sich mit leichtem Oldskool zu einer fröhlichen Nummer, die definitiv nichts Besseres versprechen muss. Was haben Robben und elektronische Musik gemeinsam? Einen verblüffend ähnlichen Klang! Denn die Unterwasseraufnahmen der Meeresbewohner klingen wie die Effektsounds eines Modularsynthesizers. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es Not the End of the World bestens versteht Robbenlaute, berstende Schollen und plätscherndes Eis unter einen Hut zu bringen. Das Ergebnis ist eine schön dubbige Deep House Nummer, die alles mitbringt: Chords, Delayeffekte, eingehende Melodien und jede Menge arktische Stimmung.

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Patty Kay & Tim Engelhardt – Color the Void (Kunsthandwerk)

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Es groovt im und ums Siebengerbirge herum und zwar mit dem StartUp-Release des neuen kleinen Labels Kunsthandwerk. Mit “Color the Void” haben sich der Erfurter Patty Kay und Newcomer Tim Engelhardt (Playmusic Production) für eine Art Cross-Release zusammen getan, und diese Symbiose hat es durchaus in sich. Los gehts mit “Love the Void” , schön deep grummelnde Bassline die von einer markanten Stimme begleitet wird, zur Garnierung gibt es noch ein paar fluffige Pads und Trumpets, da kann man in Ruhe träumen. Der Remix kommt dann von Tim Engelhardt, einen Tick epischer und und einladend zeitlos, inklusive der typischen Pianospielereien. “Colors above Me” , im Original dann von Tim, verspielt funky und trotzdem enorm chillig, optimaler Sound für den Sonnenaufgang. Um das Quartett voll zu machen dann der Remix von Patty Kay mit ein wenig mehr Groove unter den Kickdrums und einer knuffigem Moog-Bassline legt sich der Klang relaxt in die Gehörgänge. Feinster Afterhour-Sound, gelungenes StarUp, und definitiv ein Geheimtip in Sachen Deephouse.

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Ziel100 – Edith EP (Sophisticated Retreats)

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Matthias Gustke aka Ziel100 ist schon seit Anfang an fest in der „Frankfurter Szene“ verankert. Nicht zuletzt durch seine Remixe für u.a. The Horrorist oder Gloria Gaynor, aber auch für seine euphorischen DJ-Sets bekannt, ist Ziel 100 noch immer ein Künstler, dem eigentlich mehr Anerkennung gebührt, als er aktuell erfährt. Das kann sich mit seiner neuen EP „Edith“ nun aber ändern.

Deepe Flächen, die sich mit diversen Tribal-Sounds aufbauen, um einen Tech-House-Track zu schaffen, der sich eben genau durch diese Percussions in einen Sommer-Open-Air-Track verwandelt – das it „Edith“. An sich wirklich ein cooler Sound, wenn auch wenig innovativ. Ist aber auch egal, denn er ist funktionell! Bait & Switch drosseln in ihrem Remix das Tempo auf gerade mal 121 BPM. Statt dem eben noch Peaktime-tauglichen Original haben wir durch den wenig verspielten, aber dennoch groovigen Remix eher einen Opener-Track für die Wir-Feiern-Draußen-Saison vorliegen. Auch Marcel Braun legt in seinem Remix viel Wert auf funktionierende und bereits erprobte Sounds. Dabei entstand die melodischste Form des Originals, die stets tanzbar, aber auch relaxt bleibt. Zu guter Letzt gibt Ziel 100 mit „Edat“ noch einen Bonus-Track dazu, der gut in Westbam’s Spät-90er-Electro-Clash-Sets gepasst hätte. Mal was anderes für die heutige Zeit und definitiv hörenswert.

Neu? Nicht unbedingt. – Aber auf jeden Fall am Puls der Zeit! Gute Sounds, die perfekt arrangiert sind und Spaß machen; das ist Ziel 100’s neue Scheibe!

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Nicole Moudaber – Believe (Album Release – Drumcode)

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Nicole Moudaber präsentiert mit “Believe” ihr Album-Debüt auf Drumcode, was ja bekanntlich für Qualität bürgt und definitiv auch nicht enttäuscht. Von der ersten Minute an entfaltet sich eine enorme Technoenergie die die Tanzfläche anzieht wie ein schwarzes Loch das Licht. Egal ob subtil hypnotisch wie in “Lumiere Tamisee“, minimalistisch verspielt bei “Do Your Thing“, trocken aggressiv in “Take Hold” zusammen mit Labelhead Adam Beyer, oder auch fast schon gediegen fluffig wie in “Can I get Some” , zur Ruhe kommt man sicher nicht. De facto spiegelt “Believe” eine komplette Feier-Nacht vom WarmUp über Peaktime bis zur Afterhour wieder, hier kann man also bedenkenlos zuschlagen und sicher sein, dass man diese Tracks mehr als nur einmal aus den Starlöchern lässt. Aus künstlerischer Sicht beweist Nicole mit ihrem Album, dass sie technisch wie auch inhaltlich verdient in der erten Liga spielt, und auch ganz genau weiss was sich das Feiervolk wünscht!

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Kris Menace feat. Black Hills – Waiting For You (Compuphonic)

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Gerade noch bei ARTE Tracks zu sehen, droppt Kris Menace seine nächste, wohl spannendste Singleauskopplung des international gefeierten Albums ‚FEATURES‘. Mit ‚WAITING FOR YOU‘ präsentiert der Produzent aus der Pfalz eine gefühlvolle Kollaboration mit Black Hills, einem talentierten Sänger aus Washington DC.  Die Soundstruktur des Tracks beschreibt eine wundervolle Melange aus druckvollen, temporeduzierten Drums und leichtfüßigen sowie eingängigen Synthies. Die Vocals tänzeln beinahe greifbar über die treibenden Beatgerüste und verleihen dem Track einen unnachahmlichen Charme. Auch das Remixpaket strotzt vor Intensität und Klangfülle: OLIVER (Kitsuné, LA), ‘Fingerpaint‘ (die Hälfte von Classixx, LA)’, Dosem (Soma), Volta Cab (Isaev) and Vincent Fries (Work It Baby) greifen den Geist des Originals auf und interpretieren mit zukunftsweisenden Produktionen, energiegeladen und filigran zugleich.

Black Hills:
“I had so many vocal ideas for “Waiting for You,” and Kris built the song in just the most beautiful way. When I first heard the demos, I was immediately transported to the clubs’ bright lights and dark corners–I knew the lyrics had to capture that sense of excitement and possibility, when the night can take you anywhere. Listening to it now, even, I can’t wait for what’s ahead! “

Kris Menace:
“I want that people feel good and special about listening to this track. Its just got something magical about it”

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Kano’s Untergrund: Eintakt Records / Berlin

Hallo Leute, zuerst möchte ich mich natürlich bei der Redaktion bedanken, die mir hier einen kleinen Platz für meine geistigen Ausdünstungen zugewiesen hat. In meiner kleinen Ecke hier möchte ich euch zukünftig gerade kleine, feine und den meisten wohl unbekannte Labels nahe bringen, von deren Künstlern und Musik sicherlich viele positiv überrascht sein werden und vermutlich auch hier und da der Aha-Effekt auftauchen wird, “ach von dem ist der Track”. Natürlich werde ich mich hier und da aber auch anderen Themen rund um die Musik widmen.

Ich selbst bewege mich nun auch schon seit fast 20 Jahren ausgiebig in der Szene und wenn ich mich über eines freuen kann, dann über die Digitalisierung des Musik-Biz. Auch wenn so oft die negativen Aspekte beweint werden, so wurde dadurch doch eine blühende Landschaft an neuen kleinen Labels geschaffen, deren Individualität und Detailverliebtheit von den Großen nur noch ansatzweise erreicht wird. Unumstritten gibt es natürlich auch sehr viel Müll im elektronischen Multiversum von missbrauchten Sample-Paketen bis zum Vertrieb-2-Go, und dennoch erscheinen immer wieder außergewöhnliche Labels, die ihr ganzes Herzblut in diese Arbeit stecken und trotzdem nur, mit viel Glück, irgendwo als Randnotiz enden. Diese independent Labels sind meist so independent , dass sie am Ende gar keiner bemerkt, weil die Künstler vielleicht zu unbekannt sind, das Budget für aufwendige Promo-Kampagnen oder namenhafte Remixer fehlt, wobei die meisten Releases das gar nicht nötig hätten. Dennoch kommt man heute anscheinend nicht wirklich weit, wenn nicht irgend ein bekannter Name in einer Veröffentlichung auftaucht, dessen Remix dann Schatten werfend über dem Release schwebt, obwohl die Originale vielleicht wesentlich besser sind, irgendwie ist das doch traurig.

Plastique_WEBGenau um diese kleinen Labels soll es hier gehen, im Untergrund aus Überzeugung und aus Liebe zur Musik. Das ist nicht einmal ein relativ junges Phänomen, selbst Labels die schon über Dekaden hinweg hochqualitative Musik in Umlauf bringen, sind in vielen Kreisen nur flüchtig bekannt, so wie z.B. das kleine Berliner Label “Eintakt” . 2001 von Markus Lang alias “Plastique” gegründet blickt man auf einen stattlichen Katalog von über 30 Vinyl-Veröffentlichungen und unzähligen digitalen Releases zurück. Persönlich begleitet mich der Eintakt Sound von Anfang an, dieser hat sich zwar stetig gewandelt, hat dabei aber immer seine Eigenständigkeit bewahrt, ohne sich auf etwaige Trends einzulassen. Housig deep, mit Tendenzen zum Techno, aber auch zum abstrakt Experimentellen  bietet Eintakt stets eine kleine Spielwiese für seine Künstler, die sich hauptsächlich lokaler bzw. regionaler Bekanntheit erfreuen. Das familiäre Bild des Labels wird dabei durch regelmäßige Veranstaltung in diversen Berliner Clubs abgerundet, hier lohnt sich ein Besuch definitiv immer, allein um das Eintakt-Gefühl einmal selbst zu erfahren. Auch wenn zuletzt die Auflösung des Labels zu Debatte stand, hat man die Kurve noch gekriegt und kann sich auf eine Menge neues musikalisches Material, gerade auf dem digitalen Sublabel “Rauhphaser” freuen.

Wichtigste Künstler:
Dub Taylor, Einklang Freier Frequenzen, Chris Air, Frank Hellmond, Nvelope, Neal White, Telly Quin, Bekeschus, Robert Templa

Im Web:
www.eintakt.de
www.facebook.com/eintakt
www.soundcloud.com/eintakt-records

Nadja Lind & Paul Loraine – Making a Difference Remixes (Lucidflow)

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Die Kombination von Nadja Lind und Paul Loraine auf dem Berliner Label Lucidflow ist seit Beginn an Garant für feinen dubbigen Techhouse, sowohl chillig wie auch treiben zu gleich. So kommte „Making a Difference“ nun im Remix-Paket und verzückt verspielte Element wie auch Abwechslungsreichtum. Das Original selbst schon bekannt, dürfte die meisten Tanzflächen schon in die Tiefen des Grooves entführt haben, so legt nun auch Altmeister Funk D’Void Hand an und transformiert das Original in seinen typisch sonnigen Techhouse-Sound mit einer ordentlichen Portion funky Chords, perfect as usual. Ebenso drückt Labelchef Helmut Ebritsch dem Original seinen deepen Stempel auf und erschafft eine weit verzweigte flächeige Dublandschaft. Zum guten Schluss folgt der “Silicone Soul Hypnohouse Dub“ der durch seine subtile Monotonie gepaart mit ein paar Vocals, einem fluffig schwebend Bass und brillierenden Pianoklängen eben genau diesen Hypno-Effekt erzeugt. Absolutes Top-Paket.

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Langenberg – The Finisher (Dessous)

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Auch wenn “Sun & Sorrow“ mit einer leicht oldschooligen Note beginnt, so ist wandelt sich der Track doch schon nach wenigen Sekunden in eine sehr chillige Deephouse-Nummer. Einen Dub Mix gibt es auch noch davon, der aber keine all zu großen Unterschiede zum Original aufweist. Der Titeltrack dieser EP ist „The Finisher“, ein leicht melodisch minimalistischer Tech House Track mit langem Aufbau und schnellem Abfall. Bei „Wait State“ stehen die stampfenden Beats im Vordergrund. Doch trotz des treibenden Grundgedankens ist er sehr deep und wird durch die gesprochenen Vocals zu einer Nummer, die man auch mit geschlossenen Augen hören und genießen kann.

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Baumfreund – Mythen, Sagen und andere Märchen (Dreiton – Free Download)

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Die neueste Veröffentlichung auf Dreiton gibt es wie im Netaudio-Bereich üblich natürlich wieder zum kostenlosen Download und kommt diesmal von Hannoveraner Baumfreund, der bereits mit seinen Releases auf 60hz und Tiefenrausch auf sich aufmerksam machte. Seinem Namen zur Ehre beginnt “Garten Eden” auch direkt mit einer verrauschten Wald und Wiesen Akustik, seichten Pianoklängen und subtilen Effektspielereien die zum gediegenen Lauschen einladen. “Dyonisus” tauch dagegen in dunkel düstere Dub-Landschaften und versprüht dabei eine gewisse Nachdenklichkeit und Melancholie. “Omphalus” bringt mit seine Chord-Echos dann wieder wesentlich mehr Licht und Wärme ins Dunkel, während “Ulan Bator” fast schon episch experimentell wirkt, aber trotzdem eine enorme Tiefe in Raum und Zeit erzeugt. Absoluter Geheimtipp für jeden der auf exzellent arrangierten, dubbig chilligen Sound mit leichtem Hang zum Ambient steht.

<< ZUM DOWNLOAD >>

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FEATURED ALBUM

Martin Nonstatic – Back on Earth (subspiele)

Martin Nonstatic – Back on Earth (subspiele)

FEATURED DEEP

Frank Hellmond – Five Days (Diametral)

Frank Hellmond – Five Days (Diametral)

FEATURED TECHNO

Structures Vol.31 (Naked Lunch)

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RANDOM FEATURE

Liss C. – LR6 (LC Series)

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