Archive for the ‘ Experimental ’ Category

Volunteer – The Ocean is broken (Deeptakt)

9372840

Das noch junge DubTechno Label Deeptakt importiert mit Volunteer das neueste Release aus UK und legt mit den vier Titeln unter “The Ocean is broken” einen ordentlichen Zahn an Temperament zu. “My Guilt” vergreift sich dabei an einer ausgedehnten Ladung von Verzerrungen und Filterspielerein die sich durch den Gehörgang fräsen. “My Powerlessness” dann im eher klassischen Dubtechno-Gewandt, zeitloser und subtil verschachtelter Sound. “My Sorrow” wirkt sehr angenehm und detailverliebt, mit walähnlichen Gesängen im Background und einer weichen Soundlandschaft auf gebrochenen Beats im Vordergrund. “My Emptieness” zum Abschluss sehr chillig, quasi der perfekte Track zum Ausklang einer durchfeierten Nacht. Die ganze EP birgt förmlich eine kleine Geschichte insich die man unbedingt mal zu den eigenen Ohren führen sollte.

Blurb: “Inspired by Newcastle yachtsman Ivan Macfadyen and his first-hand account how Pacific Ocean has changed. It touched my soul and made me feel guilty, because I have been taking a part in the greatest act of destruction. Powerlessness and sorrow have filled my soul as it was out of my hands to somehow change the path we have chosen as humanity. We must understand that to survive in long run we must share our home with those who have been here for way longer than us and we are unimaginably dependent on them. Knowing that our world will not be the same world we inherited, when most what we take for granted would be long gone and only emptiness would persevere.

BUY ON BEATPORT

Heiko Laux – K-Remixes Single Two (Kanzleramt)

8870698

Kanzleramt feiert den 20.Geburtstag und dem ein oder anderen wird das Label sicherlich auch noch etwas sagen, zumal es eine Zeit gab in der Kanzleramt in aller Ohren war und für innovative elektronische Musik stand. In den letzten Jahren musste ich das zumindest für meinen Teil etwas vermissen und zum Geburtstag dann noch einmal die guten alten Kamellen zu veröffentlichen macht dabei durchaus Sinn. Nachdem im ersten Paket u.a. “Subway” von Richard Bartz und “Palm Cove” von Offshore Funk durch den Remixwolf gedreht wurden, dürfen es im zweiten Teil nun die Klassiker vom Labelchef Heiko Laux höchst selbst dran glauben. “Hangin‘” wird gekonnt von STERAC (Steve Rachmad) verdreht, verzwirbelt und in eine treibendes Peaktime- Monster verwandelt. Dazu gibt es direkt noch eine zweite, schön elektronisch düstere Version. Rod widmet sich dann dem guten alten “Silent Bass” , einmal im detroitigen Fluffy-Gewandt, minimalistisch und mit seichten Flächen, und zum Zweiten dann quasi nochmal fast genauso, allerdings mit einem schön verspielten Syth-Bass im Vordergrund. Wem diese Tracks nichts sagen, sollte sich dringends mal nach den Originalen umhören, an den Remixen wird man so oder so seine Freude haben. (Na doch nicht so negativ wie es die ersten paar Sätzen haben vermuten lassen ;-)

BUY ON BEATPORT

The Analog Roland Orchestra – Pattern 3/4 (Rotary Cocktail)

142202b

Lange erwartet, nach den ersten zwei Live-Takes gibt es nun endlich auch Pattern Three und Four. Hinter dem Analog Roland Orchestra (TARO) verbigt sich der Berliner Michal Matlak, quasi eine One-Man-Band die den eigenen Sound ausschließlich aus diversen Klassikern der Synth- und Drummachine-Geschichte generiert. Wenn es hier “Live” heist, dann ist auch wirklich live angesagt und nicht nur der Name des evtl. auf einem Rechner installierten Programms gemeint. So nun auch die beiden neuen Stücke die an gute alte Chicago-House-Zeiten erinnern und gepflegt in die Beine grooven. Beide Tracks wurden direkt als Live-Jam aufgenommen und bringen somit ein essentielles Live-Gefühl mit sich, basierend auf 707, 101, Juno 6 und schöne Flächen direkt aus dem Alpha Juno 1. Im Grunde braucht man dazu nicht all zuviel sagen, man sollte es sowohl selbst hören wie auch sehen! Das Vinyl gibt es bereits im Presale, die offizielle Veröffentlichung auf Rotary Cocktail wird Ende März 2014 sein.

PREORDER ON DEEJAY.DE

TARO ON THE WEB

Tonreportcast #002 gemischt von Acoustic Resource

artworks-000070553488-asesgc-t500x500

In Zusammenarbeit mit dem online TV-Sender für technoide Klänge “electrosound.tv” haben wir für unseren zweiten Podcast einen der treibenden Köpfe hinter dem Projekt gewonnen, Acoustic Resource bietet in seiner wöchentlichen Show “Underground Basement” , seinem Namen entsprechend, eine Vielfalt aus dem breiten Spektrum des Techno, von dunkel düster, über tribalig treibend bis zu guten alten Klassikern und Retrosounds. Daneben treibt er als DJ sein Unwesen auch in diversen Clubs seiner Münchner Wahlheimat, wem das zu weit zum Fahren ist, einfach immer Dienstags ab 18 Uhr auf electrosound.tv einschalten, in Bild und Ton natürlich. Der Worte sind genug gewechselt, lassen wir die Musik sprechen.

Mod.Civil – Opto Watts EP (Ornaments)

artworks-000065089774-qoox8m-original

Ornaments bringt das nächste Release in gewohnt farbiger Vinyl-Sammel-Edition diesmal mit Mod.Civil der insgesamt vier tief trocken und verspielte Tracks abliefert. “Opto Watts” wirkt dabei schön funky und rollend, versprüht eine gewisse Leichtigkeit im Sound, aber auch eine kleine Hand voll verquerten Klängen. “Loop” macht seinem Namen ganze Ehre, grooved und shuffelt sich gediegen über die Tanzfläche, ein Track den man tatsächlich problemlos über Stunden hören könnte, ohne genervt zu sein. Ein Synth der etwas gewöhnugsbedürftig ist, kombiniert mit den klassischen 808-Elementen erwartet einen in der “808 Session Part 1“, zusammen mit der bauchigen Bassline auf jeden Fall sehr interessant. “Sunbeam” zum guten Schluss dann wieder sehr verspielt mit einer Fülle an Raum, Klang und sonnigem Gemüt, die leicht an eine Mischung aus chinesischer Folklore und 8-Bit Super Mario Sound erinnert, damit ist der Wiedererkennungswert auf jeden Fall gesichert.

BUY/PREORDER ON DECKS.DE (10.02.2014)

Matthias Springer – Tales of the magic Wood (Zero413)

8853455

Matthias Springer springt in letzter Zeit mit seinem Sound durch die verschiedensten Genre, was vermutlich auch daran liegen könnte, dass er seine eigentlichen Alias-Namen nicht weiter nutzen will und nun jegliche Produktionen unter seinem eigentlichen Namen veröffentlichen wird. Bestätigt wird das durch sein erstes Release im neuen Jahr auf seinem, für die spezielleren Sachen initiiertem, Label Zero413. Mit “Tales of the Magic Wood” geht es in eine Art von Downtempo-Electronica, zum Einen durchzogen von verzerrten Orgelklängen in “Fog on the Glade” zum Anderen mit verschraubten 303-Acidfröschen und wuchtiger Bassline in “Hunt trough the Thicket“. Zwei Tracks der besonderen Art, sicher nicht clubtauglich, teilweise fürs Gehör auch etwas anstrengend, aber definitiv mal was Anderes.

BUY ON BEATPORT

BUY ON BANDCAMP

Lars Leonhard – Stella Nova (Ultimae)

8514627

Über Lars Leonhard haben wir im letzten Jahr schon einige Worte verloren, und so schafft er es auch diesmal mit seinem Sound auf sich aufmerksam zu machen. “Stella Nova” nennt sich der neueste Streich des Düsseldorfers, vermutlich durch seine Aufträge für die NASA inspiriert und zudem auf dem Genre-Schwergewicht Ultimae Records veröffentlicht. Abtauchen ist angesagt und zwar in tiefste Ambient-Welten die vor Detailreichtum und Klangästhetik nur so strotzen. Weite Räume, glasklare, synthetische Akkorde gepaart mit ausschweifenden Soundlandschaften die den einzelnen Tönen eine warm wohlige Umgebung schaffen. Definitv ein Hinhörer und absolutes Muss für jeden Liebhaber chilliger und spaciger Wohzimmermusik, viel Spass beim Träumen.

BUY ON BEATPORT

Kano’s Untergrund: Promotion oder der letzte Nagel zum Sarg!

free-download

Irgendwie befällt mich der Zwang meine geistigen Ausdünstungen für dieses Jahr noch einmal mit Stil und Form in Worte zu fassen, zumal es langsam nicht mehr feierlich ist wie die Künstler (aka DJs und Producer) sich immer häufiger gegenseitig behandeln, gerade was den Promo-Bereich anbelangt.

Zur Information: Unter “Promo(tion)”  versteht man den Vorgang bei dem man für mehr oder weniger viel Geld jemand anderen beauftragt Werbung für die eigene Musik zu machen, in der Hoffnung das, für genau diese Werbung ausgegebene Geld, mittels dadurch generierter Mehrverkäufe  wieder reinzuholen. Man bezahlt quasi Geld für die Verteilung der eigenen Musik an andere, mehr oder minder, bekannte Persönlichkeiten, die dann die Musik für eine Gegenleistung in Wort und Schrift (Feedback) kostenlos herunterladen und Nutzen können. Grundsätzlich ein interessantes Konzept, ich bezahle meinen Nachbarn auch jeden Tag, damit er mit meinem Fahrrad auf Arbeit fährt.

Sicherlich ein Thema über das sich nun schon fast jeder ausgekotzt hat und da will ich mich auch gerne einreihen, und wenn ich schon zusehen muss wie kleine, idealistisch geprägte und passionierte Labels von diversen Promo-Anbietern förmlich illusioniert ausgenommen werden, im Glauben man könne die Verkaufszahlen signifikant erhöhen, dann wird mir tatsächlich schlecht, dann muss es einfach raus. Sicherlich gab es Zeiten in denen der Promokram funktioniert hat, dürften dann wohl die Vinyl-Only-Zeiten gewesen sein, denn am Anfang des Erfolgs steht solide Werbung, oder so ähnlich, hab ich mal irgendwo gelesen. Aber die Wurzel allen Übels ist doch der Umgang mit dem Promomaterial selbst auf der Empfängerseite. Natürlich wissen wir alle dass die DJs, gerade mit steigendem Bekanntheitsgrad von digitalen Promos förmlich überflutet werden, sich sogar eigene Lakaien anwerben um dieser Flut notdürftig Einhalt zu gebieten. Auch das Schindluder mit diversen, geheimen eMail-Listen bekannter DJs ist mir durchaus bekannt, doch rechtfertigt das diese ganze „THX, Downloading“-Lethargie? Das die Feedbacks auf versendete Promos mehr oder minder nur noch das eigene Ego streicheln ist sicherlich ein offenes Geheimnis, aber dann darf es doch wohl auch ein wenig mehr sein. Die Jenigen die am lautesten „respektiert die Künstler“ schreien, sind genau die, die es nicht einmal schaffen mehr als ein kleines „THX“ für den kostenlosen Download aus den Fingerkuppen zu pressen. Ist das nicht eigentlich der Deal?

 > Lade meinen Track kostenlos herunter wenn er dir gefällt, dafür sagst du mir kurz was du davon hältst! <

Ist es nicht fast schon ungerechtfertigte Bereicherung dieses stillschweigende Abkommen zu unterwandern, und so kostenlos an neue Tracks zu kommen, die man sonst teuer hätte auf diversen Portalen kaufen müssen. Ich denke mal ein Mr. Richie “Rich” Hawtin spielt aus dieser Sicht seine Sets grundsätzlich ziemlich kostengünstig, obwohl er sicherlich genug Flüssiges hat um sich täglich gigabyteweise Tracks zu kaufen. Aber hier steht es natürlich im Verhältnis, wenn er einen Track dann zumindest mal medienwirksam in einem seiner Sets verbaut und die essentielle, teilweise wochenlange, künstlerische Arbeit ungefragt mit seinen Sample.- und Effekteskapaden durch den Wolf dreht, drauf geschissen! Da ist einem doch ein konstruktives Feedback, das teilweise fast schon Reviewcharakter hat, von DJ Noname wesentlich lieber, zumindest hat dieser sich, wenn auch nur rudimentär, mit dem Sound auseinander gesetzt. Doch selbst DJ NoName beschränkt sich mittlerweile auf “Downloaded for DJ NoName”.

Wobei wir direkt beim inhaltlichen Teil des Feedbacks wären. Warum immer nur dieses primitive Tunnel-Denken – kann ich spielen, kann ich nicht spielen – und sich dann aber absolut open-minded auf Facebook oder sonstigen asozialen Plattformen auslassen. Haben die Leute sonst keine Meinung oder ist es zu schwer sich selbst eine zu bilden; sogar das adaptieren einer anderen Meinung wäre da fast schon verzeihlich. Sicherlich ist Chillout schlechter Hardstyle und auch Beethovens Fünfte kann man schwer im Club spielen, trotzdem kann man doch eine Meinung dazu haben! Erfordert nicht genau das einen gewissen Anstand und Respekt gegenüber den Künstlern und folglich gegenüber euch selbst? Die Leute sitzen tage,- ja wochenlang an einem Track und dafür sollte man schon ein paar mehr Tasten auf der Tastatur drücken können. Man bekommt mehr und besseres Feedback wenn man einen Titel direkt zum kostenlosen Download auf Soundcloud anbietet. Ein Hoch auf unsere tolle Szene!

… und btw – Zitat: “Hört auf mit euren scheiß Handys zu filmen und TANZT!

In diesem Sinne, Guten Rutsch, egal wohin!

Basic Implant – Back in Black (Free Download)

1378713_557645824309275_779750307_n

Ein schöner Tag, gerade für die alte Garde, denn die 2×12″ “Back in Black” von Basic Implant (Sven Dedek) dürfte sicherlich noch jedem ein Begriff sein, definitiv eine der wohl prägendsten Veröffentlichungen im Techno-Sektor sein Zeit, wofür natürlich schon das Label “Fine Audio Recordings” unter damaliger Leitung von Chris Liebing garantierte. Gerade für Liebhaber war es ziemlich schwer an den Sound heranzukommen, wenn man nicht selbst eine der wenigen Vinyls und CD seinen eigenen nennt, daher dürfte die Freude über den kostenlosen Download im neuen digitalen Remaster umso größer sein … also nix wie los, es gibt was auf die Ohren, denn es ist FREITAG AAAAABEEEEEND !!!

Den Download findet ihr auf Svens Homepage, und dort gibt es auch noch eine Menge mehr and kostenlosen Sounds und es werden auch noch einige gute alte Scheiben folgen … stellt das mal unter Beobachtung!

http://www.svendedek.com/

Oli Drago – Essential Drum EP (Toneman)

8304847

Toneman is back, so könnte man sagen, denn das Kultlabel dürfte sicher so einigen noch bekannt sein. Der Frankfurter Oli Drago steuert dafür das nun schon dritte “neue” Release bei und das in einem wunderbar treibenden Technostil, der doch leicht an die guten alten Zeiten erinnert, aber durchaus State of the Art ist. Während “Grounder” fast schon in den Tribal-Bereich abdriftet und eher kompromisslos agiert, kommter “Essential Drums” in einem fast schon episch, sphärischen Gewand daher, genau das Richtige um auf der Tanzfläche abzuheben. Labelhead Sven Dedek pariert dann mit seinem Remix im Vergleich schön verspult, fast schon psychotisch und “Redirection” gibt zum guten Schluß noch einen spacig deep Touch auf die EP, somit ist für jeden etwas dabei … so soll’s auch sein.

BUY ON BEATPORT
OLI DRAGO ON FACEBOOK
TONEMAN ON FACEBOOK

Akustische Sternstunden: BoysNoize – Go Hard-(ly)

7564596

Die Initialzündung für diese subjektive Meinungsäußerung hier gab mir das Video zum neuen BoysNoize Track “Starwin” über den ich zu letzt irgendwie gestolpert bin. Alte Menschen auf Rollschuhen spastikulieren dabei zu diversen Allerweltstönen aus dem letzten Samplepaket von Beatport, die man so ja noch nie irgendwo gehört hat. Die typisch aktuellen Synth-Eskapaden im Neo-Pop-Techno-Bereich werden hier im Loop abgefeuert, zwischendurch geht’s mal eine Oktave runter und die 303 wird, schrecklich gequält klingend, in den Track gewuchtet, naja ist halt grad wieder mal State of the Art. Das Ganze zieht sich 2 Minuten bis zum Break, dann Filter rein, Uplifter pro Forma mal an und weil’s so schön ist das Delay bis auf 64 hochgeschraubt, und ZACK, zurück in den Loop, alle Tanzen! Naja dann noch mal 2 Minuten, ich glaub irgendein Ton ist jetzt auch neu dazu gekommen, Intelligent Dance Music quasi, egal! In der Summe 4:30 Minuten meines Lebens verschwendet, bei mehr wäre ich jetzt auch echt ärgerlich.

Es geht noch weiter, der Knaller kommt noch. Im Grunde macht man ja ein Video immer zum stärksten Track der EP, folglich wurde ich neugierig ob es denn noch schlechter ginge, zumal “Starwin” ansich noch grenzwertig “hörbar” ist. Und ja, BoysNoize steht für Konsequenz, wenn schon Scheiße dann mit Schwung, wobei ich ehrlich hoffe, dass das hier nicht die aktuelle Entwicklung der elektronischen Musik ist, denn die sollte vorwärts laufen und nicht rückwärts. “Go Hard” nennt sich die EP, und ja es ist wirklich hart das durchzustehen. Auf die einzelnen Tracks geh ich gar nicht erst ein, ich weiss nur das es “Happy Hardcore”, oder wie sich das schimpft, schon mal gab. Zwischen 150 und 85 bpm wird so jeglich alles Schlechte was die elektronische Musik während ihrer Evolution hervorgebracht hat verwurstet und auf ca. 4 Minuten zusammen gepresst, ein wenig HipHop ist auch mit dabei und da setzt es bei mir ja bekanntlich sowieso aus. In der Summe die akustische Überdosis für wenig Geld und Paradebeispiel für all diejenigen die irgendwie begründen müssen warum sie kein Techno hören. Die Plays/Likes auf Soundcloud sprechen dabei eigentlich nur für eine kollegiale Geschmacksverirrung.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat sollte sich mal das neue Album “OP-1” vom Housmeister reinziehen, ebenfalls auf BNR erschienen, aber mein Therapeut meint ich soll aus gesundheitlichen Gründen lieber Nichts drüber schreiben. Jeden Tag beginnt der Verfall ein bißchen früher.

PS: den Link zum Kaufen poste ich bewusst nicht.

Marcel Fengler – Fokus (Album Release / Ostgut Ton)

12324_fokus

Um ein Album zu hören und gar zu reviewen bedarf es meist immer eines gewissen Abstands zum Künstler, zumal sich ein Album eher als Spielwiese und experimentelle Plattform für den Künstler anbietet, im Gegensatz zu Singles oder EPs, die man eher als Momentaufnahme deuten sollte. So zeigt auch Marcel Fengler eine enorme musikalische Spannweite mit seinem neuen Album “Fokus“, das mit “Break Through” nahe zu monumental im Ambient-Bereich startet. Im Verlauf wird es mit “The Stampede” und “Mayria” schon teilweise arg industriell, was natürlich immer eine gewisse Geschmacksache bleiben wird. Den typisch hypnotischen Fengler Sound gibt es dann in “Trespass“, “Jaz” und “Sky Pushing“, diese Tracks werden definitiv ohne Umwege den Weg auf viele Tanzflächen finden. Für den Listening-Bereich gibt es dann noch einladende Electronica-Klänge wie z.B. in “Liquid Torso” und “High Falls” , von daher ist die Abwechslung uneingeschränkt gegeben. Die meisten Tracks sollte man sich unbedingt des Öfteren anhören und sich dabei auch nicht anderweitig stören lassen um die komplexe Tiefe der einzelnen Titel erfassen zu können. Anspruchsvoller und erwachsener elektronischer Sound mit Tanzpotential.

BUY ON BEATPORT

MARCEL FENGLER ON FACEBOOK

Aksutique – Ignition Red Planet (Complex Textures)

7344279

Complex Textures” ist ein neues kleines Label, das sich auf die Veröffentlichungen von Compilations in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Vertrieb DigDis spezialisiert hat. Wie der Name schon vermuten lässt wird hier auf das gesamte Spektrum der elektronischen Musik zurückgegriffen, von Techno und Industrial, über Deep und Dubhouse bis zum Downtempo, Ambient und diversen anderen abstrakten Speilereien. Die einzelnen Genre, sofern man das überhaupt noch kann, werden immer einer spezifischen Compilationen-Serie zugeordnet. Den Start macht “Ignition Red Planet” mit spacigen Downtempo und Loungeklängen zwischen Acid und Space Night, zusammengestellt vom Münchner “Aksutique” , der auch den passenden Mix dazu beisteuert. Den Mix gibt es exklusiv auf Play.FM zum onDemand-Hören, und im Package mit deinen einzelnen Tracks auf Beatport auch käuflich zu erwerben. Schauen wir mal was da noch so kommt.

BUY ON BEATPORT

AKSUTIQUE ON FACEBOOK

TRACKLIST:
WelcomeOriginal Mix
Damir Ludvig

SpacebyteOriginal Mix
Flashbeat Project

UniverseOriginal Mix
Klartraum

Lost in SoundOriginal Mix
Spinne

HopeOptimal Remix
Deep Shepherd, Emze Hack

A New Home, Another PlanetOriginal Mix
Miro Pajic

TauchfahrtOriginal Mix
Matthias Springer

Waking AloneOriginal Mix
Volunteer

HaltOriginal Mix
Moonwalker

AcidizedOriginal Mix
Tim Engelhardt

Word of the LordRemastered 2K9 Version
Michael Burkat

MireOriginal Mix
VidasM

Some MilesOriginal Mix
Audiokonstrukte

Voice StudiesOriginal Mix
Estroe

Welcome to the BlackoutAcappella
Paris The Black FU, Sierra Sam

youAND:THEMACHINES – Behind (Album Release)

behind

youAND von youAND:Me wandelt auf Solopfaden, dahinter steckt der Berliner DJ und Produzent Martin Müller, im Grunde ein Urgestein auf dem Label “Ornaments” , welches ja bekanntlich für qualitativ hochwertig elektronischen Sound steht. Sein Soloalbum-Debüt “Behind” unter dem Alias youAND:THEMACHINES darf man im Grunde auch als Gesamtkunstwerk betrachten, da hier natürlich neben dem hohen akustischen Anspruch auch sehr viel Wert auf die Präsentation gelegt wurde, im Grunde also jetzt schon ein Sammlerstück. Der Sound selbst steht in erster Linie natürlich unter den eher deepen House-Einflüssen in Kooperation mit u.a. Robert Owens, Brothers Vibe oder Bajka die für verschiedene Titel ihre eindringlichen Stimmen beigetragen haben. Die Künstler haben zudem die einzelnen Cover der limitierten 3×12 Auflage selbst bemalt, was natürlich die unumgängliche Einmaligkeit der Veröffentlichung unterstreicht.

behind_header

Los geht es erstmal mit einen ambitionierten und kurzen Intro bevor der erste Kick in “Perception” einsetzt und genau aufzeigt wo es hingehen soll. Unter der Prämisse alle Sounds analog selbst zu generieren, auf Sampling zu verzichten und höchstens ein paar Fieldrecordings einzubeziehen, bauen sich enorm tiefe und nahezu epische Soundlandschaften auf, die mit diversen klassischen Elementen wie Piano oder Geige garniert werden. Die Grundtanzbarkeit bleibt das ganze Album hindurch bestehen, wobei der Sound natürlich für ausgedehnte Afterhour-Sessions mehr als nur geeignet ist. Zwischendurch gibt es auch immer wieder kleine Abstecher ins Downtempo und Ambient, wie in “Sansula” oder “Desire” die den Abwechslungsreichtum des Album bestätigen und somit ein umfassendes Hörerlebnis generieren. Meine persönlichen Favs hier sind definitiv “Domain Specific” mit hypnotischen Acid-Anleihen und “Diamond” mit ausgeprägtem Detroit-Charakter. In der Summe für alle Ornaments-Fetischisten ein absolutes Muss und für alle Liebhaber gediegener elektronischer Tanzmusik eigentlich auch!

Clemens Neufeld – Stroblight Acid / Acid Werk

artworks-000050425359-us9swo-t200x200

Im Grunde ist es nicht wirklich sinnvoll eine Veröffentlichung zur rezensieren oder zu bewerben, deren Releasedatum noch soweit in der Zukunft liegt, zumindest was digitale VÖs anbelangt. Bei Vinyl verhält sich das etwas anders, besonders wenn es das Potential hat wie eine Bombe einzuschlagen und es nur eine begrenzte Menge davon gibt, wer zuerst kommt spielt zuerst. Mit “Neufeld Records” macht der gleichnamige Österreicher Clemens Neufeld ein, vielleicht schon tot geglaubtes Genre wieder salonfähig, denn bisher war Acid nur noch als eine Art von Randnotiz in den Clubs zu spüren, nicht aber als Hauptakteur. Mit “Strobelight Acid” kommt nun die vierte Veröffentlichung auf Neufeld, die diesmal auch ganz ohne Remix-Support auskommt, und das zu Recht. Die einzigartige TB-303 wird hier in knarziger Art und Weise bis zum Exzess in die Mangel genommen und das auf jeglichen Ebenen von Bass bis Hookline, so gefällt das und schiebt ordentlich über die Tanzfläche. Einen Tick subtiler wirkt dann “Acid Werk“, drückt dabei aber nicht minder im Gesicht und bietet genug Freiraum für Gehirngulasch. In der Summe für mich persönlich die bisher stärkste Scheibe auf  “Neufeld” und dazu noch auf schwarzem Vinyl, was ja mitlerweile auch schon irgendwie Seltenheitswert hat.

PREORDER ON DECKS.DE

NEUFELD ON FACEBOOK

Johannes Heil – Per Disciplinum Mea Lux Videbis (Uturn)

7280594

Leider muss ich das Review anteilig revidieren, nachdem uns einige Leser darauf aufmerksam gemacht haben, dass es sich lediglich um ein Re-Release der bereits 1998 auf Uturn erschienenen 2×12″ handelt, die ist mir damals wohl oder übel durch die Lappen gegangen, Asche über mein Haupt … aber nach 15 Jahren werden es viele dennoch als neu empfinden, der Sound spricht dabei natürlich für sich, auch wenn er schon Jahre auf dem Buckel hat, so fällt das kaum auf… persönlich hätte ich mir etwas wirklich Neues gewünscht, aber da ich die Scheibe bisher selbst nicht kannte, komme ich auch damit sehr gut klar und werde meine Sammulung vervollständigen.

Ganz ehrlich, ich habe wirklich lange darauf gewartet und nach der letzten Lifesigns EP war ich noch etwas zurückhaltend, weil hier die Uniqueness noch irgendwie gefehlt hat. Mit “Per Disciplinum Mea Lux Videbis” kann man nun aber sicherlich verlauten, Johannes Heil is back! Gut, im Grunde war er nicht wirklich weg, musikalisch, für meinen Teil allerdings schon. Das neue Release kommt auf Uturn, einigen vielleicht noch als Sublabel von Heiko Laux Kanzleramt bekannt, und der Sound knüpft quasi nathlos daran an, der lateinische Titel spricht dabei schön Bände. “Per Disciplinum Mea Lux Videbis” kommt mit insgesamt 7 Tracks daher und man hört schon in “Part 1” , it’s Heilstyle again. Durchdringend raue Beat-Gerüste ohne jegliche ablenkende Beschönigungen, natürlich akustisch dem Stand der Zeit entsprechend in Symbiose mit alt bewährtem. Man hört einfach wieder wer den Sound kreiert hat, verplant, verspult, fast schon krankhaft psychotisch und doch hypnotisierend ohne Kompromisse. “Part 5” erinnert dabei sogar leicht an den Klassiker “Feiern” , wobei dieser hier ganz ohne Kicks auskommt und daher eher für künstlich erzeugte Breaks im DJ-Set herhalten wird. Meine personlichen Favs hier definitiv Part 1, 2 und 6 , alles durchdringender Loopsound mit subtilen und wirkungsvollen Veränderungen die einen bei geschlossenen Augen auf der Tanzfläche in andere Dimensionen transportieren, ick freu mir und hoffe da kommt noch mehr!

FIND ON BEATPORT

JOHANNES HEIL ON FACEBOOK

Go to Beatport.com Get These Tracks Add This Player


Expander & Thinkfreak – The End of the World (Soniculture)

SONICULTURE011_The_end_of_the_world_CoverArtworkWeb

Grundsätzlich dachte ich das Thema Weltuntergang sei vom Tisch, nicht so für Expaner & Thinkfreak, die es auf ihrem Label Soniculture nochmals aufgreifen. Die Thematik ansich ist bei dem Sound egal, denn der hat es in sich. “Apocalypse” schiebt mit gefilterter Kick düster in die Beine und spult durch den subtil verdrehten Synth auch direkt ins Gehirn, das dürfte daher auf der Tanzfläche allein mit Strobo und Nebel am besten funktionieren. “Eschatology” geht da schon etwas fröhlicher zur Sache, drück aber nicht minder im Gesicht und greift dabei den aktuellen Dub-Tech-Vibe mittels liquider Synth-Chords auf. Zum guten Schluss mach “The World to come” noch einen Abstecher ins Offbeat-Metier, dunkel, bedrohlich und mit passend diabolischer Stimme die nebenbei erzählt was sie so von der Ganzen sache hält. Im Grunde alles nichts Neues, aber definitiv funktional, es darf getanzt werden.

FIND ON BEATPORT

SONICULTURE ON FACEBOOK

Go to Beatport.com Get These Tracks Add This Player


Deadbeat – Primorida (BLKRTZ)

11733_primorida

Scott Monteith aka Deadbeat schickt “erneut” ein massives Release aus den tiefsten kanadischen Wäldern, sicherlich nicht zwingend sein clubtauglichstes, dafür jedoch mit enormem Tiefgang. Das Mini-Album “Primorida” wurde bereits 2001 auf Intr_version veröffentlich und legte damals quasi den Grundstein für den typischen Deadbeat-Sound. Wenn man sich also in den sechs Tracks mal die wuchtigen Kickdrums wegdenkt, dann würde eine Art außergewöhnliches Ambient-Konzept vor uns stehen. So z.B. in “Jaffa Dub”, der sich bedröhlich den Weg ins Gehirn bahnt und dabei durch leicht kranke, im Raum schwebende Töne eine angenehm düstere Atmosphäre schafft. “Elder Drums” zeigt sich hingegen fast schon lieblich mit leichtem Tribal-Einfluss, der jedoch stetig mit den Drones und diversem Lofi-Geknister zu kämpfen hat. In der Summe eine komplex experimentelle Sammlung an düsteren Ambient und DubTech-Sounds, mit einer kleinen Portion an Tanzbarkeit, als 2×12″ auf jeden Fall ein Sammlerstück.

FIND ON BEATPORT

Kano’s Untergrund: Eintakt Records / Berlin

Hallo Leute, zuerst möchte ich mich natürlich bei der Redaktion bedanken, die mir hier einen kleinen Platz für meine geistigen Ausdünstungen zugewiesen hat. In meiner kleinen Ecke hier möchte ich euch zukünftig gerade kleine, feine und den meisten wohl unbekannte Labels nahe bringen, von deren Künstlern und Musik sicherlich viele positiv überrascht sein werden und vermutlich auch hier und da der Aha-Effekt auftauchen wird, “ach von dem ist der Track”. Natürlich werde ich mich hier und da aber auch anderen Themen rund um die Musik widmen.

Ich selbst bewege mich nun auch schon seit fast 20 Jahren ausgiebig in der Szene und wenn ich mich über eines freuen kann, dann über die Digitalisierung des Musik-Biz. Auch wenn so oft die negativen Aspekte beweint werden, so wurde dadurch doch eine blühende Landschaft an neuen kleinen Labels geschaffen, deren Individualität und Detailverliebtheit von den Großen nur noch ansatzweise erreicht wird. Unumstritten gibt es natürlich auch sehr viel Müll im elektronischen Multiversum von missbrauchten Sample-Paketen bis zum Vertrieb-2-Go, und dennoch erscheinen immer wieder außergewöhnliche Labels, die ihr ganzes Herzblut in diese Arbeit stecken und trotzdem nur, mit viel Glück, irgendwo als Randnotiz enden. Diese independent Labels sind meist so independent , dass sie am Ende gar keiner bemerkt, weil die Künstler vielleicht zu unbekannt sind, das Budget für aufwendige Promo-Kampagnen oder namenhafte Remixer fehlt, wobei die meisten Releases das gar nicht nötig hätten. Dennoch kommt man heute anscheinend nicht wirklich weit, wenn nicht irgend ein bekannter Name in einer Veröffentlichung auftaucht, dessen Remix dann Schatten werfend über dem Release schwebt, obwohl die Originale vielleicht wesentlich besser sind, irgendwie ist das doch traurig.

Plastique_WEBGenau um diese kleinen Labels soll es hier gehen, im Untergrund aus Überzeugung und aus Liebe zur Musik. Das ist nicht einmal ein relativ junges Phänomen, selbst Labels die schon über Dekaden hinweg hochqualitative Musik in Umlauf bringen, sind in vielen Kreisen nur flüchtig bekannt, so wie z.B. das kleine Berliner Label “Eintakt” . 2001 von Markus Lang alias “Plastique” gegründet blickt man auf einen stattlichen Katalog von über 30 Vinyl-Veröffentlichungen und unzähligen digitalen Releases zurück. Persönlich begleitet mich der Eintakt Sound von Anfang an, dieser hat sich zwar stetig gewandelt, hat dabei aber immer seine Eigenständigkeit bewahrt, ohne sich auf etwaige Trends einzulassen. Housig deep, mit Tendenzen zum Techno, aber auch zum abstrakt Experimentellen  bietet Eintakt stets eine kleine Spielwiese für seine Künstler, die sich hauptsächlich lokaler bzw. regionaler Bekanntheit erfreuen. Das familiäre Bild des Labels wird dabei durch regelmäßige Veranstaltung in diversen Berliner Clubs abgerundet, hier lohnt sich ein Besuch definitiv immer, allein um das Eintakt-Gefühl einmal selbst zu erfahren. Auch wenn zuletzt die Auflösung des Labels zu Debatte stand, hat man die Kurve noch gekriegt und kann sich auf eine Menge neues musikalisches Material, gerade auf dem digitalen Sublabel “Rauhphaser” freuen.

Wichtigste Künstler:
Dub Taylor, Einklang Freier Frequenzen, Chris Air, Frank Hellmond, Nvelope, Neal White, Telly Quin, Bekeschus, Robert Templa

Im Web:
www.eintakt.de
www.facebook.com/eintakt
www.soundcloud.com/eintakt-records

Lars Leonhard – Seasons (Album – Interview – BineMusic)

7010330

Nach “1549“, dem ersten Album von Lars Leonhard auf BineMusic, folgt nun das zweite Album “Season” , hinter dem sich ein interessantes, wenn auch nicht gerade neues, Konzept verbirgt. Getreu Vivaldi’s Prämisse der vier Jahreszeiten, orientiert sich Lars ebenso an diesen und hat zudem die jeweiligen Tracks auch während der passenden Jahreszeit produziert. Wer Lars kennt, weiß natürlich schon wo die Reise in etwa hingeht, komplexe Soundgebilde basierend auf Dub und Ambient, wie Lars selbst sagt, “die Königsdisziplin”. Es gibt diesmal sogar einige Vocal-Parts, hier wurde die Französin “Alvina Red” ins Boot geholt, die jeweils den Lead-Track der einzelnen Jahreszeiten mit ihrem Gesang verzaubert, obwohl ich ja kein Fan von Vocals im Generellen bin, so mache ich hier doch mal die Ausnahme und lasse die Gänsehaut zu. Das Album besticht durch eine enorme Klangvielfalt und die Klarheit der Einzelnen Töne die kombiniert mit diversen Fieldrecordings ein ausgedehnt warmes und wohliges Gefühl erzeugen. Definitiv eine Listening-Erlebenis der besonderen Art und wie es sich für eine Weltreligion gehört so sollte jeder Dubtechno-Jünger einmal in seinem Leben diese akustische Reise gemacht haben.

FIND ON BEATPORT

LARS LEONHARD ON FACEBOOK

LARS’ NEW VINYL ON DIMBIDEEP MUSIC

DSC_0056a_____________ INFO + INTERVIEW_______________

Das Düsseldorfer Urgestein Lars Leonhard vergnügt sich schon seit den frühen 90ern mit dem Produzieren elektronischer Klänge und hat dabei seine Fähigkeiten stetig weiter entwickelt. Sein Sound ist durchgängig von diversen Dub-Elementen zwischen House und Ambient durchzogen und überzeugt durch Raum, Tiefe und Komplexität, die dem Zuhörer doch ein gewisses Mindestmaß and Aufmerksamkeit abverlangen. ” Seasons – Les Quatre Saisons ” ist nun das dritte Album welches auf Bine Music erscheinen wird und sicherlich nicht nur für Lars selbst einen Meilenstein bedeutet. In Zusammenarbeit mit der französischen Sängering “Alvina Red” entstand das Konzeptalbum, das sich getreu Vivaldis Prinzip, an den vier Jahreszeit orientiert und sowohl klanglich wie auch inhaltlich eine ausgedehnte Reise in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus eröffnet, daher ist es sicherlich am sinnvollsten dem Schöpfer selbst ein paar Fragen zu stellen.

Hallo Lars, danke das du Zeit gefunden hast um ein wenig mit mir über dich und dein neues Album mit Alvina Red zu plaudern.

L: Hi Matthias, na klar gerne doch, freu mich immer sehr über solche Einladungen, und es war ja auch längst an der Zeit, dass wir uns mal persönlichen sehen, wir können gern loslegen.

M: Wie würdest du deinen musikalischen Stil selbst beschreiben?

L: Seinen eigenen Stil zu beschreiben würde bedeuten sich selbst in eine Schublade stecken zu müssen. Ich würde daher lieber auf  die Einflüsse eingehen die meine Tracks ausmachen. Deepe Ambient, Deep,- Tech House -  Sounds und dubbige Chords sind die wichtigsten Zutaten aus denen sich mein Style zusammensetzt. Meine Tracks sind meist unter Techno, Deep_House, Tech_House oder Chill_Out zu finden.

M: Was beeinflusst dich maßgeblich bei deinem Sound (Allgemein, besondere Künstler o. Veröffentlichung)?

L: Ich denke das alles einfließt was tagtäglich um mich herum passiert. Gefühle, die Umwelt die Menschen. Ob gute oder weniger gute Erlebnisse das alles findet sich in meinen Produktionen wieder. Die besten Tracks gelingen meistens dann wenn ich völlig zufrieden und gechillt an die Sache rangehe. Aggressionen oder Unzufriedenheit haben im Studio nichts zu suchen ich produziere schließlich keine Musik für Abrissparty’s.

M: Wie gehst du an deine Produktionen heran?

Meine Vorgehensweise an neuen Produktionen kann sehr unterschiedlich sein. Mal beginne ich mit den Drums und mal nur mit einer Fläche oder einem bestimmten Sound der mich inspiriert. Oft sind die ungeplanten Produktionen die Besten. Ganz unbedarft an die Sache rangehen und sich irgendwann dem Prozess völlig hingeben und der Kreativität freien Lauf lassen. Musik zu produzieren stellt für mich kein reines Handwerk da. Ich produziere aus absoluter Liebe und Leidenschaft zur Musik heraus.

M: Gibt es eine Geschichte hinter deinem neuen Album, oder wie kam es dazu?

L: Mein aktuelles Album ( Seasons – Les Quatre Saisons ) ist eine Hommage an die Natur. Ich liebe den Zyklus der Natur und den ständigen Wechsel von Farben und der Artenvielfalt die uns umgibt. Ob das Erwachen der Pflanzenwelt , die Rückkehr all der Vögel aus ihrem Winterquartier, den Sommer mit seinen Farben , Düften und seinem Artenreichtum. Der Herbst, die bunten Wälder und mystischen nebligen Stimmungen oder die weiße, weite Stille des Winters. Es war mir eine absolute Herzensangelegenheit dies alles in einem Album zum Ausdruck zu bringen. Die Produktion der CD hat fast exakt ein ganzes Jahr gedauert und die Tracks zur Jeweiligen Jahreszeit auch in entsprechender produziert. Zudem konnte ich ein paar tolle Fieldrecordings in die Produktion mit einbinden. Vogelgezwitscher, das Lachen und Toben einiger Kinder auf einem Spielplatz, Wasserplätschern,  ein Gewitter oder das Gezirpe einiger Grillen verleihen dem Album einen noch lebendigeren Touch.

M: Wie genau hat sich die Koop mit Alvina Red ergeben?

L: Die grandiose Zusammenarbeit mit Alvina Red ergab sich durch einen Musikerkollegen aus Perpignan. Lo Nath  , besser bekannt als Lo , er empfahl mir Alvina als ich ihm von meinem Vorhaben eine französische Sängerin in mein Album einbinden zu wollen erzählte. Ich habe darauf hin einige Songs von ihr gehört und war mir nach ein paar Sekunden schon sehr sicher dass Sie es sein muss. Die Französische Sprache ist ja an sich schon fast ein eigener Gesang und vom Klang her für mich die schönste Sprache der Welt. Daher musste es auch französisch sein. Alvina entpuppte sich als absolutes Naturtalent für mein Vorhaben. Ich schickte ihr einige unfertige Tracks und das Thema im groben. Zu meiner großen Freude war sie sofort Feuer und Flamme mit der Idee und sie schrieb daraufhin sehr schöne Texte zu den jeweiligen Jahreszeiten und verschwand in ihrem Studio um die Vocals aufzunehmen. Für mich ein absoluter Glücksfall und eine Ehre mit Alvina zusammen zu arbeiten. Sie besingt jeweils den ersten Track jeden Jahres mit ihrer fantastischen Stimme und einer Gelassenheit, dass ich jedes Mal wieder Gänsehaut bekomme beim anhören der Tracks. Es wird in Zukunft sicherlich weitere Kooperationen mit ihr geben! Ich freue mich riesig auf das Release welches am 18. März auf dem Essener Label Bine Music und über den Kölner Vertrieb Kompakt erscheint. Als CD und in digitaler Form wird es erhältlich sein.

M: Was ist demnächst noch von dir zu erwarten, was ist geplant`?

L: Geplant ist eine Zusammenarbeit mit Laurent Bisch alias (Fingers In The Noise) der im vergangenen Jahr sein Debut auf BineMusic hatte. Wir haben schon 2011 auf dem Label Glider Records eine Gemeinschafts E.P herausgebracht und harmonieren soundlich sehr gut. Wir beginnen Mitte  Februar mit der Produktion des Albums. Darüber hinaus  plane ich ein weiteres Solo Album , ein Konzeptalbum dessen Name ich noch ungenannt lassen möchte aber soviel sei gesagt es wird eine Audiovirtuelle Reise durch 12 verschiedene Länder dieser Erde . Spannend, fesselnd und sehr abwechselungsreich. Zum guten Schluss wird es ende Mai auch noch eine Single EP von mir auf  Diametral geben, die sich dann doch wieder eher am Dancefloor orientiert, Stay Tuned !!!

M: Das war’s mit unserem Speed-Interview auch schon, danke für die umfangreichen Infos, und das du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast.

L: Natürlich gerne, hat mich sehr gefreut, jederzeit wieder.

Interview by MFS / veröffentlich auf Raveline.de

FEATURED ALBUM

youAND: THEMACHINES – Behind LP Reshaped (Ornaments)

youAND: THEMACHINES – Behind LP Reshaped (Ornaments)

FEATURED DUB TECHNO

Hall of Dub Vol.1 (Deeptakt)

Hall of Dub Vol.1 (Deeptakt)

FEATURED TECHNO

Structures Vol.31 (Naked Lunch)

Structures Vol.31 (Naked Lunch)

RANDOM FEATURE

Seph – AM 02 (Aula Magna)

Seph – AM 02 (Aula Magna)

Plugin from the creators ofBrindes :: More at PlulzWordpress Plugins