Neben unseren Reviews macht es natürlich Sinn auch einmal die andere Seite der Musik zu betrachten, so wenden wir uns heute mal der Technik zu. Die US-amerikanische Software-Schmiede WAVES ist nicht zu letzt bekannt durch ihre high-end Plugins im Mastering-Bereich, von EQs, über Delays und Reverbs bis zu Kompressoren und Limitern. Nun wagt sich Waves erstmals auch in den Software-Synth Bereich vor und präsentiert mit „Element“, als Standalone und VST-Version, einen umfangreichen Analog-Synthie basierend auf der eigens programmierten Virtual Voltage Technologie. Natürlich ist es bei Plugins wie mit der elektronischen Musik selbst, der Markt wird quasi mit gutem und weniger gutem Material zugeschwemmt, egal ob kostenpflichtig oder for free und hier gilt es sich mit Flagschiffen wie dem Massive von Native Instruments oder der Arturia Reihe zu messen.
Der Synthie selbst soll quasi die analogen klassischen Sounds mit aktuellen Software-Synth Eigenschaften verbinden, wobei umfassende Flexibiltät im Vordergrund steht. Der grundsätzliche Aufbau deckt sich dabei natürlich mit alt bekanntem, basierend auf zwei unabhängigen, polyphonen Oszillatoren mit konventionellem VCF Filter und den üblichen VCA ADSR Einstellungen (da kann man auch nicht viel neu erfinden), dazu gibt es noch den dritten Envelope der sich auf die Velocity auswirkt, hier kann man den Sound gezielt dämpfen oder brillieren lassen. Die EQ-Einheit kann man leider nur stufenweise Einstellen wodurch es etwas ungenau werden kann, ist aber in Zeiten unzähliger EQ-Plugins sicher nur ein kleines Minus. Wirklich gelungen ist die Modulations-Matrix die im Zusammenspiel mit den vier LFOs der Kreativität kaum Grenzen aufzeigt. Als Bonus gibt es zudem noch einen umfangreichen 16er Step-Sequenzer und ein paar Effekte wie Delay, Reverb und Distortion, die alle auf den regulären Wave-Plugins beruhen und daher einen ausgereiften Klang mitbringen. Der Klang des „Element“ selbst ist in der Summe wohlig warm, im Bassbereich sehr sauber und rund, in den Spitzen klar und deutlich ohne zu aggressiv zu wirken, dennoch lassen sich auch schöne verzerrte und rauschige LoFi-Sounds damit erzeugen.

FAZIT: Trotz konventionellem Aufbau und fehlenden innovativen Features überzeugt der „Element“ durch eine eigenständige und ausgereifte Klang-Ästhetik, eine umfangreiche Preset-Library (da kann man erstmal hören was alles so geht) und einen für Wave-Plugins doch sehr moderaten Preis. Kleines Manko ist die relative hohe CPU-Last, da kann man nur hoffen dass hier beim nächsten Update etwas nachgesteuert wird. Wer also Synth-Verstärkung für ausgereifte analog klingende Sounds im Software-Studio braucht ist hier sicher gut beraten. Erst einmal die Demo-Version holen und 7 Tage lang ausgiebig testen, danach gibt es das gute Stück für 200$, aktuell sogar noch zum Einführungspreis von 99$ …
Hier noch ein kleines Soundbeispiel, Bassline und Pad sind dabei vom „Element“
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