Als militanter Verfechter des “alten” Heil-Sounds habe ich mir wirklich lang überlegt ob ich zu Johannes’ aktuellem Release auf Aras, welches übrigens das Label von André Galuzzi und Dana Ruh ist, überhaupt etwas schreiben soll. Zuletzt habe ich mal irgendwo gelesen, dass man den typischen Heil-Sound heut noch genauso unproblematisch zuordnen könnte wie in vergangenen Tagen, was ich bisher selbst allerdings nicht feststellen konnte. Also frohen Mutes rein die Scheibe und „Consciousness“ ging zumindest schon mal vielversprechend mit wuchtiger Kick und gedoppeltem House-Bass ins Rennen. Nach ein paar Sekunden merkte ich allerdings das hier nicht wirklich etwas Neues aufbegehrt was den Rhythmus anbelangt. Irgendwann kommt noch ein Synth-Arp herein der sich etwa 3 Minuten lang wiederholt und weit entfernt an Underworlds „Rez“ erinnert, aber dem bei Weitem nicht das Wasser reichen kann. Die komplett fehlende Abwechslung und Dynamik im Track wird nur ab und zu mal durch ein dezent anklingendes Nebelhorn unterbrochen. „Pure“ hingegegen startet etwas treibender im Gemüt mit wuchtiger Kick und vielen perkussiven Elementen die versuchen eine Art Ping-Pong aufzubauen, dazu noch ein Synth der sich auf eine 7-Ton-Folge beschränkt, aber ansonsten passiert hier auch nicht mehr wirklich viel, aber sicherlich ein moderater Lückenfüller. Um die Summe mal positiv zu formulieren, ich beklage kaum, dass sich Künstler musikalisch (weiter)entwickeln und ihren Stil ändern, aber bei einem gewissen Status sollte man sich doch etwas mehr Mühe geben, denn wenn der Wiedererkennungswert von Johannes Heil mittlerweile aus einfallslosen Loops und sich permanent wiederholenden Parts in einem Track besteht, die auch aus dem nächst besten Sample-Paket von Beatport stammen könnten, dann besteht wohl ab jetzt eine relativ hohe Verwechslungsgefahr.
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